Mobbing als Gruppenzwang

Habt ihr in den letzten Tagen / Wochen von der #BleibDu Aktion einiger Blogger und Verlage gehört? Ziel ist es auf Mobbing aufmerksam zu machen, Informationen bereitzustellen, Augen zu öffnen und Opfern eine Anlaufstelle zu geben. Es gibt so viele Arten von Mobbing, dass ein Beitrag allein schnell aus sämtlichen Nähten platzen würde um wirklich alle zu erfassen.

Oft vergessen wird dabei die andere Seite, die des Täters. Nicht jeder wird aus eigenem Antrieb zum Mobber. Gruppendynamik und Gruppenzwang spielen hier oft eine große Rolle. Wer dazu gehören möchte, hat zwangsläufig keine andere Wahl als sich ebenfalls gegen das von anderen auserkorene Opfer zu stellen.


Anmerkung: Ich möchte an dieser Stelle nicht zwischen Tätertypen relativieren. Stattdessen soll lediglich objektiv betrachtet werden, warum Täter auch ohne Eigeninitiative zum Mobber werden können.


Was ist Gruppenzwang?

Der Begriff „Gruppenzwang“ bezeichnet den Auslöser für die Einstellung oder das Verhalten einer Person innerhalb einer Gruppe. Oft werden dadurch auch Verhaltensweisen nach außen beeinflusst. Der Zwang ist stärker beziehungsweise sein Einfluss größer, je wichtiger die aus ihm resultierenden Gruppennormen für die Zugehörigkeit sind.

Mehr zum Thema Gruppenzwang könnt hier nachlesen.

Gruppenzwänge entstehen aus unterschiedlichsten Gründen. Sie sind wohl jedem von uns aus Kindheit und Jugend bekannt, denn spätestens in der weiterführenden Schule werden wir damit konfrontiert. Ging es bei früher vielleicht noch darum, ob man rauchte oder nicht, sind es schnell auch andere Ansichten, die nach außen vertreten werden. Hier reichen bereits banalste Dinge um zum Außenseiter zu werden – eine Brille, die falschen Schuhe, die falsche Kleidung oder auch die besseren Noten.

Quelle: Pixabay

Nicht selten werden potenzielle Opfer in diesen Gruppen schnell selbst zum Täter um von sich selbst abzulenken. Jemand anderen zu mobben ist doch immer noch besser und vor allem einfacher als selbst zur Zielscheibe zu werden oder?

Wenn Gruppendynamik zur neuen Härte führt

Wer hier Talent beweist, erntet innerhalb der Gruppe Anerkennung. Diese mag bestätigen, wiegt jedoch nur trügerisch den Betreffenden in Sicherheit. Wer sagt, dass es sich nicht schon am nächsten Tag ändern kann? Ohne hier pauschalisieren zu wollen, so gibt es doch Mobber, die aus dem Gruppenzwang heraus zum Täter werden um von sich selbst abzulenken. Ob ihre Taten dadurch entschuldbar werden sei einmal dahingestellt. Die Frage wäre auch, ob sie dadurch nicht vielleicht sogar die „schlimmeren“ Täter sind, denn sie kennen in den meisten Fällen auch die andere Seite.

Quelle: Pixabay

Im Buch „Eine wie wir“ von Dana Mele aus dem Arctis Verlag in gewisser Hinsicht in genau dieser Situation. Sie ist Teil einer beliebten Clique, der sie sich bewusst früh angeschlossen hat um keine Angriffsfläche zu bieten. Sie möchte nicht mehr zu den Opfern gehören. Im Roman zeigt die Autorin jedoch, wie schnell sich die Situation wieder ändern kann und wie hart es für das Opfer tatsächlich werden kann.

Wer mehr zum Buch erfahren möchte: hier geht es zu meiner Rezension.

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