Zum Ende des vergangenen Jahres wollte ich mir noch einmal eine richtige Herausforderung vorsetzen – diesmal in Form eines Buches: Evolution von Stephen Baxter, erschienen im Heyne Verlag. Das Cover wird vornehmlich von den großen Buchstaben bestimmt. Die dahinter dargestellte Erde geht sehr schnell unter – auch ich habe sie erst auf den zweiten Blick erkannt, selbst jetzt noch beim reflektierenden Draufgucken. Das ist etwas schade finde ich, da sie doch den Mittelpunkt des Buches darstellt.

Das große Meisterwerk der Science Fiction
Dieser Roman enthält nicht mehr und nicht weniger als die gesamte Geschichte unseres Universums. Von den Ursprüngen des Alls über die weitverzweigten Wucherungen der Evolution bis in den dunklen Kältetod unseres Kosmos – dies ist die Geschichte unserer Wirklichkeit, die Geschichte der Menschheit, wie sie sich aus dem Staub der Vergangenheit erhebt und nach den Sternen greift …

Stephen Baxters Evolution kommt mit mal eben fast 1000 Seiten um die Ecke. Das ist für mich sehr viel und schlägt alle anderen Bücher, die ich bisher gelesen habe um Längen. Dennoch wollte ich Bücher nicht einfach zur Seite packen, weil sie mir zu dick erschienen. Das ging mir schon seit längerem so, da Lesen für mich vor allem eines ist: Unterhaltung. Zu dicke Bücher wirkten auf mich immer eher anstrengend 😉 Das ist ein Vorurteil und im vergangenen Jahr habe ich begonnen damit aufzuräumen und bewusst angefangen auch umfangreichere Bücher zu lesen. Viele davon haben mir sehr gefallen und auch Baxters Evolution reizte mich sofort – nicht aufgrund der Seiten, sondern aufgrund der Informationen zum Buch.

Angenommen, ich würde dich durch die Schichten der Zeit zurückführen, hatte Joans Mutter zu ihr gesagt. Schon nach hunderttausend Jahren würdest du diese schöne hohe Stirn verlieren. Die Beine für den aufrechten Gang wären nach drei bis vier Millionen Jahren verschwunden. Nach fünfundzwanzig Millionen Jahren würde dir wieder ein Schwanz wachsen. Nach fünfunddreißig Millionen Jahren würdest du die letzten Menschenaffen-Merkmale verlieren, zum Beispiel die Zähne. Danach wärst du ein Affe, Kind. Und dann würdest du ständig schrumpfen.
Zitat Seite 16

Dieses Buch ist etwas völlig neues für mich. Ich liebe Fantasy und auch Science Fiction lese ich ab und an ganz gern, dennoch war klar, dass sich dieses Buch dort wohl nur schwer einordnen ließe. Dennoch war ich gespannt und der Einstieg war auch vielversprechend. Ich muss sagen, dass Buch liest sich sehr gut und auch trotz der sehr zahlreichen Seiten bin ich gut vorangekommen. Dennoch war es für mich eher ein einfaches Lesen ohne besondere Emotionen, Spannungsmomente oder Überraschungen. Das machte es zugegeben etwas leider etwas langweilig für mich. Ich muss allerdings die hervorragende Recherche des Autors hervorheben. Evolution wurde mit Liebe zur Präzision geschrieben und fast spielerisch fließen dabei Science Fiction Elemente mit ein. Zumindest hatte ich den Eindruck oder aber ich kann mir manches einfach nicht als tatsächlich so geschehen vorstellen – einen Luftwal beispielsweise 😉

Insgesamt vergebe ich für dieses Buch 3 Sterne. Es ist solide und wirklich sehr gut recherchiert geschrieben. Dennoch fehlte mir zu oft der Unterhaltungswert. Schade eigentlich, doch sicherlich für den einen oder anderen ein lesenswerter Roman 🙂

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