Dieses Buch wurde auf dem Bloggerseminar der Netzwerk Agentur Bookmark im November letzten Jahres vorgestellt. Mir gefiel die Aufmachung direkt und auch wenn ich den Klappentext etwas nichtssagend fand, wollte ich es dennoch lesen.

Lucas Ich sollte Tesa über den Moment kleben, einen Film darüber drehen, was dieses Lächeln mit ihr macht, oder sie darum bitten, einfach einmal am Tag so zu lächeln. Für den Rest ihres Lebens.

Fey Das hier ist viel näher als zu nah. Meine Hände liegen auf seiner Brust, ich muss sie wegnehmen, damit seine Wärme mich nicht einfängt.
Gleich nehme ich sie weg.
Gleich.

Dieser Roman weckte mein Interesse durch sein großartiges Cover. Der Einband ist aus dicker Pappe – ebenso wie der Buchrücken. Die Bindung ist dabei so umgesetzt worden, dass es hier keine Knicke geben kann. Die Schriften sind eingestanzt und mit einem lila Metallic-Effekt hervorgehoben. So macht der Roman einen äußerlich großartigen ersten Eindruck. Leider ist der Einband aufgrund seiner Beschaffenheit aber auch etwas empfindlich was angestoßene Ecken etc. angeht.

Der Einstieg ins Buch ist dann fast schon wieder normal. Einfaches Vorgeplänkel mit einer Darstellung des typischen Teenager-Wahnsinns. Lucas ist ein Draufgänger schlechthin. Ihn interessieren nur sein Bike und der nächste Rock. Natürlich hat er dabei gewisse Ansprüche obwohl er tatsächlich so ziemlich jedes Mädchen haben könnte. Fey ist dagegen zunächst ein absolutes Geheimnis. Hier wird der Leser wie auch Lucas vor eine Wand voller Geheimnisse gestellt und wie er, konnte auch ich nicht anders als mehr wissen zu wollen.


Fakten zum Buch

Titel: Viel näher als zu nah
Autor: Angela Kirchner
Verlag: Dressler
Seiten: 256
ISBN: 978-3791500577
Ausgabe: HC – 16,99€
weitere Ausgaben: eBook – 11,99€

Mehr zum Buch findet Ihr auf den Seiten des Verlags.

Weitere Informationen zur Autorin findet ihr auf ihrer Seite.
 


Die Handlung wird aus zwei Perspektiven erzählt. Zum Einen ist da natürlich Lucas, ein bekannter Aufreißer, der auf jeder Party ein neues Mädchen abschleppt. Sein bester Freund Ben ist da nicht anders auch wenn er meist hinter „Cap“ zurückstecken muss. Nach einer eher miesen Party ändert sich mit einem Mal jedoch alles. Cap hat einen Motorradunfall und wacht im Krankenhaus auf. Dort wird ihm auch mitgeteilt, dass die beiden Mädchen aus dem beteiligten Auto ebenfalls schwer verletzt im Krankenhaus liegen. Eine von beiden musste aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen sogar in ein künstliches Koma versetzt werden. Mit einem Schlag ändert sich Lucas gesamtes Leben. Er fühlt sich in einem Maße schuldig, dass er nur schwer damit zurecht kommt. Seine eigenen Verletzungen machen es da nicht unbedingt einfacher. Lange Zeit kann er sich kaum bewegen, muss diverse, hoch dosierte Schmerzmittel nehmen und zieht sich immer weiter in sich selbst zurück. Sowohl sein bester Freund wie auch seine Eltern oder sein Arzt kommen nicht an ihn heran.

Ich schlucke, schlucke noch mal, schüttele den Kopf, und endlich quälen sich die Worte aus meiner Kehle.
„Ich fürchte, ich muss dir was gestehen.“
Zitat S. 8

Die zweite Sicht ist die von Fey, einem der Mädchen aus dem Auto. Sie schildert die andere Seite der Dinge auch wenn diese immer eher nur nebenbei aufgezeigt wird. Dadurch hatte ich als Leser nicht das Gefühl sie wirklich gut kennenzulernen, doch auch für Lucas ist es nicht gerade einfach. Beide treffen sich immer wieder, beim Physiotherapeuten, auf der Straße oder einfach so im Vorbeigehen. Natürlich ist das teils schon etwas gestellt, doch beim Lesen hat es mich nicht wirklich gestört.

Ich hoffe, er geht. Ich hoffe, er bleibt. Nicht hier auf dem Friedhof, aber dort. Genau dort, wo er jetzt steht. Da ist es sicher.
Zitat S. 209

Der Schreibstil Kirchners ist gut. Er ist flüssig und mitreißend. Ich hatte das Buch in einem Tag durch, ohne große Anstrengung oder Langeweile. Die Handlung ist einfach packend und so musste ich immer weiter lesen um zu wissen was passiert. Das Ende ist dann wie der Rest des Buches fast schon vorhersehbar. Aber mal ehrlich: Große Überraschungen hätte hier wohl keiner erwartet. Dennoch konnte es mich überzeugen und ich würde den Roman uneingeschränkt weiter empfehlen.

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