Du.Wirst.Vergessen von Suzanne Young ist ein Buch mit einem etwas ungewöhnlichen Cover und doch, die Gestaltung sowie der Titel machte mich irgendwie neugierig. Der Klappentext klang dann auch sehr interessant: Die Selbstmord-Rate ist unter den Jugendlichen dramatisch gestiegen. Um dies zu bekämpfen wurde ein spezielles Programm ins Leben gerufen, das die Jugendlichen überwachen und “heilen” soll. Klingt an sich schon seltsam und noch verwunderlicher ist, dass jeder der vom Programm abgeholt wurde anschließend keine Erinnerungen mehr hat.

Die in dem Raum schmeckt steril. Es riecht noch immer nach Bleichmitteln, und dieser Geruch verbindet sich mit der frischen weißen Wandfarbe. Ich wünschte, die Lehrerin würde ein Fenster aufmachen, um eine Brise hereinzulassen. Aber wir befinden uns hier im dritten Stock, und so lässt sich keines öffnen – vorsichtshalber, falls jemand plötzlich den Drang zu springen verspüren sollte.
Zitat Seite 9

Schon der Einstieg ins Buch macht die Situation deutlich. Die Protagonistin wird nicht groß vorgestellt, es ist gleich die Selbstmordgefahr, die im Vordergrund steht. Dies geht auch über einige Seiten so weiter und um ehrlich zu sein, empfand ich das beim Lesen etwas bedrückend. Doch hätte man etwas anderes erwarten sollen? Der Selbstmord der Jugendlichen ist das Hauptthema des Buches und so unterstütz diese Stimmung nur die Handlung selbst. Interessant finde ich, dass es der Autorin so gut gelungen ist eben gerade diese Gefühle auf den Leser zu übertragen.

“Glaubst du ernsthaft, irgendetwas könnte wieder so sein wie früher? Sie ist leer, Sloane. Sie ist jetzt eine lebende Tote.”
Zitat Seite 63

Sloane ist die Protagonistin des Buches, welche wir durch die gesamte Handlung begleiten. Ihre beste Freundin wurde bereits vom Programm abgeholt und als sie schließlich zurückkehrt, erinnert sie sich an nichts mehr. Hier wird die ganze Härte der dargestellten Welt deutlich, doch der eigentliche Kampf beginnt erst – nur weiß man das jetzt noch nicht. Bis zu diesem Punkt hatte ich mich gefragt, ob die Stimmung im Buch eigentlich noch einmal wechselt. Das tut sie tatsächlich und es liest sich etwas weniger deprimierend.

Doch nun muss ich stark sein. Weil ich alles bin, was uns geblieben ist.”
Zitat Seite 92

Die Autorin hat die einzelnen Figuren hervorragend herausgearbeitet. Sie hat ihre Stärken und Schwächen nebenbei einfließen lassen. So können sie später umso markanter hervortreten, ein Umstand, der mich beim Lesen immer mehr begeisterte und überzeugte. Das Buch wurde dadurch unterschwellig so spannend, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Natürlich war es am Anfang eher deprimierend, das verliert sich später jedoch in der Handlung selbst. Ich weiß nicht, ob ich es fertig gelesen hätte, wäre dies anders gewesen. Doch so kann ich sagen: Die Mischung ist genau richtig. Leider erschien mir die Handlung gerade zum Ende hin dann wieder leicht fad, da ich als Leser eigentlich bereits alles wusste und die Hauptfigur eben eher im Trüben fischte. Dafür gibt es von mir dann auch nur 4 der möglichen 5 Sterne. Eine wirklich schöne Geschichte, weniger Dystopie als vielleicht angenommen aber in jedem Fall lesenswert.

Danke an dieser Stelle dem Blanvalet-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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