Vor einigen Wochen gab es endlich (!!) die von mir heiß ersehnte Fortsetzung der Reihe „Die Brücke der Gezeiten“. Sie gehört für mich mit Abstand zu den besten im Bereich High Fantasy und kann sich ohne Scheu mit anderen großen Serien des Genres messen. Außerdem sehen die Bücher auch einfach super aus 😉 Vorweg: Wer von euch die anderen Bände der Reihe bisher nicht gelesen hat, sollte dies ggf. vor dem Weiterlesen tun.

Drei Gefährten. Zwei Kontinente. Ein mysteriöses Artefakt, das die Zukunft der Welt bestimmt.

Die barbarischen Kriegshorden des Reiches von Yuros ziehen ihre blutige Spur durch das ehemals friedliche Antiopia, um es unbarmherzig zu unterwerfen. Doch als die antiopischen Soldaten einen Sieg um die Mauern der mächtigen Stadt Shaliyah erringen können, wendet sich das Blatt. Doch beide Seiten wissen nicht, dass der wahre Schlüssel zum Schicksal der Welt in den Händen des Magiers Alaron und des ehemaligen Marktmädchens Ramita liegt: denn die Skytale des Corineus, ein uraltes Artefakt, verleiht ihrem Besitzer unbegrenzte Macht …

Einstieg

Der Einstieg in „Der Zorn des Propheten“ ist ähnlich den letzten Bänden der Reihe gestaltet: Es gibt erst einmal eine Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse. Das ist gut und sinnvoll, denn in jedem einzelnen der inzwischen 5 Bücher passiert derart viel, dass einem der Kopf schwirren könnte. Nicht ohne Grund vergleiche ich „Die Brücke der Gezeiten“ gern mit der „Game of Thrones“ Reihe, denn die Handlungsstränge und Figuren sind ähnlich detailliert und voller Facetten. Mit dieser Ansicht bin ich im Übrigen nicht allein, wie ihr auch in der Rezension von Janice auf lesenist.com lesen könnt ;).

Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut David Hair es schafft die zahlreichen Entwicklungen der vergangenen Bücher auf wenigen Seiten zusammenzufassen und doch alles wichtige zu erwähnen. Dadurch haben wir als Leser einen guten Einstieg in den neuen Band unabhängig davon wann der vorherige gelesen wurde. Ich muss allerdings auch ehrlich sagen, sofern die Bücher in einem Rutsch gelesen werden, kann man diesen Teil sicher überspringen 😉

Charaktere

In „Die Brücke der Gezeiten“ gibt es derart viele Figuren, dass es unmöglich wäre sie alle zu erwähnen. Schon in den Bewertungen zu den vorhergehenden Büchern habe ich die Liebe zum Detail in der Ausarbeitung der Figuren gelobt. Was ich jedoch beachtlich finde, ist die konstante Weiterentwicklung der einzelnen Figuren. Hier bleibt keine auf der Strecke und so haben wir als Leser die Möglichkeit gleich in verschiedenen Leben mitzufiebern.

Handlung_Stil

Die Handlung ist wie schon in den vorhergehenden Bänden in verschiedene Handlungsstränge aufgeteilt. Schnell wird jedoch klar, dass die verschiedenen Handlungsstränge beginnen sich miteinander zu verbinden. So langsam wird es interessant 😉

Die sogenannte „Mondflut“ ist nun bereits mehrere Monate her und die Kämpfe zwischen den Kontinenten haben neu begonnen bzw. werden fortgesetzt. Mit dem Krieg gehen auch zahlreiche Ränkeschmiede und Intrigen einher, die teils verschiedene Handlungsstränge übergreifen. Dadurch sind die einzelnen Geschehnisse bereits von Anfang an miteinander verbunden, denn was der eine gerade tut, kann durchaus auch einen anderen beeinflussen.

Mir persönlich gefällt gerade diese Verschachtelung sehr gut. „Die Brücke der Gezeiten“ ist kein einfacher Fantasy-Roman, den man mal eben so lesen kann. Die Handlung ist vielfältig und voller Facetten – wie auch die zahlreichen Figuren. Jeder Handlungsstrang hat eigene Höhepunkte und Meilensteine, wodurch der Leser über das gesamte Buch bei der Stange gehalten wird. In „Der Zorn des Propheten“ entwickelt sich die Handlung merklich weiter. Bedenkt man das englische Original, welches in insgesamt 4 Bücher unterteilt ist, kann davon ausgegangen werden, dass wir uns nun in der Mitte des vorletzten Bandes befinden. Das ist auch der Handlung anzumerken, doch es gibt ausreichend offene Fragen und Entwicklungen, die Stoff für die nächsten Bände bieten.

Fazit

Ich liebe diese Reihe! Das musste mal gesagt werden 😉 Mit „Der Zorn des Propheten“ ist der Umfang eines einzelnen Bandes noch einmal gestiegen, was letztlich auch der Entwicklung der einzelnen Handlungsstränge geschuldet ist. Meine verschiedenen Lieblinge und Favoriten mussten einige Herausforderungen meistern und auch wenn manches etwas befremdlich gewesen ist, so hat mich David Hair doch wieder von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.

4-5Sterne

Kommentar verfassen