Ich weiß nicht wie lange ich mich bereits auf dieses Buch freue – ich glaube seit der letzten Buchmesse in Frankfurt als ich erstmals das Cover entdeckte. Es schrie förmlich nach mir und ich wusste schon das ich es lesen musste, noch bevor ich überhaupt eine Ahnung hatte worum es ging. Vor einigen Tagen ist es nun endlich erschienen und ja was soll ich sagen, ich konnte nicht warten 😉

Sie nennt sich New Arcadia – eine Stadt auf einer Ölplattform, die sich im Besitz der wohlhabenden Familie Lynch befindet. Die Leibwächterin Hwa ist eine der letzten rein organischen Menschen, aber nicht nur in dieser Hinsicht eine Außenseiterin. Als der jüngste Lynch-Sprössling Joel bedroht wird, und persönlichen Schutz benötigt, wendet sich die Familie an sie. Dann versetzt eine Mordserie die Bewohner der Insel in Angst und Spuren führen auch zu Hwa; nicht nur ihre Zukunft steht auf dem Spiel, sondern die der gesamten »Company Town«.

Einstieg

Der Einstieg ins Buch ist ok, nicht super einfach oder schnell geschafft sondern aber auch nicht schlecht umgesetzt. Es gibt keine langatmige Erklärung der Welt. Alles wird recht kurz umrissen und die Handlung beginnt quasi unmittelbar. Mir persönlich gefällt das gut, dennoch sorgen teils fehlende Erklärungen mitunter für kleinere Fragezeichen. Insgesamt hat mich das beim Lesen aber nur kaum bis gar nicht gestört. Die ersten 50 Seiten waren schnell verschlungen 🙂

Charaktere

Als Hauptcharakter ist ganz klar Hwa zu nennen – ein Name, den ich im ersten Moment für einen Schreibfehler hielt. Aber gut 😉 Sie ist einer der letzten rein menschlichen Menschen auf New Arcadia. Der Rest verfügt immer über mindestens ein Upgrade oder eine andere Art der Verbesserung. Doch nicht nur das macht Hwa anders. Ihr Äußeres unterscheidet sich deutlich vom allgemeinen Erscheinungsvorbild der Bewohner, doch die Armut ihrer Familie sorgte auch dafür, dass verschiedene Verletzungen nicht richtig behandelt werden konnten. Ich habe lange gerätselt was nun eigentlich das tatsächliche „Problem“ ist, denn immer wird es mehr nur nebenbei erwähnt. Das machte es etwas schwierig sich die Protagonistin während des Lesens vorzustellen, unterstreicht aber gleichzeitig auch die Distanziertheit Hwas sowie ihre Härte. Denn wenn sie etwas ist, dann nicht nur ein einfacher Bodyguard sondern eine der härtesten und zähesten Figuren der ganzen Stadt.

Joel Lynch ist im Vergleich zu Hwa der genaue Gegenpol. Er ist weich, fast schon naiv – auch wenn er sich gern so verhält, als wäre beides nicht der Fall. Siofra ist ein Angestellter der Familie Lynch und irgendwie derjenige, der Hwa letztlich eingestellt hat. Aus ihm wird man lange Zeit nicht schlau. Er scheint alles zu wissen, Datenschutz (falls es ihn denn gibt) nicht zu kennen und jedem zu helfen ohne es zu offensichtlich zu machen. Ein sympathischer Charakter, wenn auch ständig ein großes Fragezeichen.

Handlung_Stil

Die Handlung ist vielschichtig. Es gibt einen hauptsächlichen Strang, den der Leser über das gesamte Buch hinweg folgt. Ergänzt wird dieser durch verschiedene Nebengeschehnisse, die insbesondere Hwa immer deutlicher beschreiben. Hier wird kein Charakter vollständig beschrieben, das Bild formt sich durch seine Handlungen und vielleicht bekommen wir in Nebensätzen auch einmal etwas zu Äußerlichkeiten gesagt. Diese stehen jedoch kaum im Vordergrund. Die Handlung ist jederzeit logisch, ein Bild das auch die kleineren Nebenstränge nicht stören. Sie bringen die Hauptfigur aber auch den Leser immer weiter voran.

Der Schreibstil der Autorin passt dazu hervorragend. Er ist recht einfach, aber flüssig. Das unterstützt die Rauheit der Welt von New Arcadia auf der alten Ölplattform. Hier ist nichts einfach und keinem der Bewohner fällt irgendetwas in den Schoß. Ein zu weicher Schreibstil wäre da meiner Ansicht nach völlig fehl am Platz gewesen. So unterstreicht der Stil die Welt des Buches und fesselt mich persönlich noch mehr.

Fazit

Ihr merkt es schon, ich bin sehr angetan von diesem Buch. Zugegeben, meine Erwartungen an „Company Town“ waren nicht gerade gering – aber das Buch konnte mithalten. Es ist nicht ganz so gewesen wie ich gedacht hatte, was irgendwie auch gut war. Insgesamt bin ich wirklich sehr angetan wenn nicht begeistert von dieser Story. Es ist wirklich mal etwas Neues mit einer Prise Science – genau nach meinem Geschmack also. Da kann ich eigentlich nur die volle Wertung vergeben 😉

5-Sterne

Übrigens: Am 21.01 gibt es auch eine Blogtour zum Buch – unter anderem hier bei mir. Dann habt ihr die Gelegenheit die Welt von Company Town noch etwas besser kennenzulernen. Also schaut vorbei 🙂

BT-CompanyTown

2 Replies to “Company Town

  1. Wow, das ist mal eine Empfehlung! So wie du werde ich nicht bewerten. Ich habe mir auf den ersten 100 Seiten sehr schwer getan und verstehe bis jetzt immer noch einige Sachen nicht bzw. ich kann mir diese ganz schlecht vorstellen! Das werde ich auf jeden Fall „abziehen“! Alles Liebe Verena

    1. Ja zu Beginn fand ich es auch irgendwie merkwürdig, weil es schwer war sich alles vorstellen zu können… Jetzt zum Ende passte es dann aber wieder ganz gut… Aber das ist vermutlich alles persönliches Empfinden 🙂

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