Könnt ihr euch noch an die Zeit der Raben erinnern? Damals als sie ein Zeichen der Götter waren, ein Omen, ein Beobachter und Seher? Für mich sind sie ein unmissverständliches Zeichen des alten Weges. Klar, dass ich da unbedingt “Odinskind” von Siri Pettersen lesen musste.

Hirka ist in Ymsland aufgewachsen. Mit fünfzehn findet sie heraus, dass sie ein Odinskind ist – ein schwanzloses Wesen aus einer anderen Welt. Von nun an ändert sich alles: Sie weiß weder, wer sie ist, noch, wohin sie gehört. Sie weiß nur, dass ihr Leben auf dem Spiel steht. Aber das ist nur der Anfang, denn Hirka ist nicht die einzige Fremde, die es durch die Steintore nach Ym verschlagen hat … ODINSKIND ist der furiose Auftakt der RABENRINGE-Trilogie, das große nordische Epos über eine Welt voller Vorurteile, Machtkämpfe und Liebe.

Ich weiß nicht wie lange ich auf dieses Buch schon hingefiebert habe. So schlicht und einfach das Cover ist, so brilliant ist es in meinen Augen auch. Es kommt ohne sämtlichen Schnick-Schnack aus und ist gerade deswegen so passend. Doch fern der Oberflächlichkeiten kann “Odinskind” mühelos auch im Inneren überzeugen.

Odinskind Innen

Hirka ist eine starke Figur. Bereits als Baby zeigt sie ihre Stärke, erträgt Schmerz wie kaum ein anderer und kennt scheinbar keine Furcht. Sie ist hart im Nehmen, eisern im Willen und klar im Blick. Das ändert sich auch nicht.

Sie hatte keine Ahnung, wohin sie sollte oder wovor sie weglief, aber sie musste laufen. Der Abend war dunkel. Sie konnte laufen, wohin sie wollte. Niemand war so spät noch draußen. Niemand konnte sie sehen. Sie war unsichtbar. Ein Geist. Ein Untier.

Ein Odinskind.

Zitat S. 46

Als Heranwachsende misst sie sich immer wieder mit Gleichaltrigen, scheut keine noch so große Herausforderung und will doch einfach nur dazu gehören. Diese Härte braucht sie auch, denn ohne es zu wissen, ist sie anders. Ihr fehlt der sonst typische Schwanz, den alle Ymlinge tragen. Sie ist “die Schwanzlose”, Zielscheibe regelmäßigen Spottes und eine Außenseiterin.

Mädchen rothaarig

Hirka – © Pixabay

Sie war es, die mich von der ersten Seite an fesselte. Doch auch Kuro, “ihr” Rabe, begeisterte mich mit jeder Seite mehr. Nicht selten machte ich mir um ihn mehr Sorgen als um eine der anderen Figuren. Hirka zeigte jedoch auch schnell, dass sie sehr gut allein zurecht kommt und sich durchsetzen kann. Kuro wurde dagegen zu einer Art “freiem” Haustier – sowohl für sie wie auch für mich.

Rabe

Kuro – © Pixabay

Die meisten von Ramojas Raben wirkten mächtiger und würdevoller als Kuro. Hirkas neuem Freund standen ein paar Federn vom Kopf ab und er guckte sich wie ein neugieriges Kind um.

Zitat S. 132

Mit rund 660 Seiten ist “Odinskind” als Auftakt der “Rabenringe Trilogie” ein leichter Brocken. Beim Lesen merkt man das allerdings nicht. Hier zieht sich nichts in die Länge. Ganz im Gegenteil wird schnell eine Spannung spürbar, der ich mich kaum entziehen konnte. Bereits nach etwa der Hälfte des Buches wusste ich, dass ich auch “Fäulnis” werde unbedingt lesen müssen – für mich ungewöhnlich früh. Leider dauert es zwar noch etwas bis zum Erscheinen des nächsten Bandes, doch dem Lesespaß tat das keinen Abbruch.

“Ich kann umarmen…”

Doch niemand hörte sie. Sie drückte die Hand ihres Vaters, aber wo einmal Leben gewesen war, war nur noch Tod.

Zitat S. 172

Siri Pettersen hat einen hervorragenden Stil. Fast mühelos schaffte sie es mich über die vielen Seiten hinweg bei der Stange zu halten. Jede der Figuren kannte ich zum Ende des Auftaktes besser als am Anfang. Oberflächlichkeiten gab es hier nicht – von den Randfiguren einmal abgesehen. Hirka, Rime und allen voran natürlich Kuro sind mir über das Lesen hinweg ans Herz gewachsen. Die Handlung ist durchdacht und spannend bis zur letzten Seite. “Odinskind” ist zweifelsohne einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fantasy Roman der letzten Jahre. Ich bin schon jetzt gespannt auf die beiden Folgebände “Fäulnis” und “Gabe”.


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