Dieses Buch kam nun schon vor einigen Wochen bei mir an und ich muss sagen, ich war leicht überrascht, hatte ich doch gar nicht damit gerechnet. Doch egal, ich musste natürlich gleich anfangen zu lesen und wurde schon nach wenigen Sätzen in den Bann des “Silo”s (klingt irgendwie komisch ich weiß) gezogen. Könntet ihr das Buch jetzt sehen, ihr würdet vermutlich umfallen aufgrund der ganzen Klebezettel zum Markieren von interessanten und beeindruckenden Textstellen in diesem Buch. Es gleicht fast schon einer Sucht… oder aber, der Autor hatte einfach ein Talent mich mit seinen Worten nicht nur zu fesseln sondern auch unter der Haut zu erwischen 🙂

Die Kinder spielten, als Holston in den Tod hinaufstieg. Er hörte sie kreischen, wie nur glückliche Kinder es tun. Wild tobten sie dort oben umher, während er ganz langsam die Wendeltreppe hinaufging, jeder Schritt bedacht und schwer, seine alten Stiefel dröhnten auf den Stahlstufen.

Zitat Seite 7

Schon der Beginn dieses beeindruckenden Buches hat mir den Atem stocken lassen. Mit dem ersten Satz an war ich mittem im Geschehen und an der Seite dieses Protagonisten. Hugh Howey hat es wirklich geschafft mich direkt zu packen und bis zur letzten Seite nicht mehr gehen zu lassen. Das schaffen tatsächlich nur sehr wenige Autoren und es ist auch keinesfalls eine Voraussetzung für eine 5-Sterne Bewertung 😉 Dennoch, dieser Schreibstil hatte es mir direkt angetan. Die Klarheit der Worte und die Schonungslosigkeit der Darstellung, die aber gleichzeitig auch das Grauen hinter den Worten durchblicken lässt. So muss ein Buch geschrieben werden 😉

Auf einmal sah Holston sich mit Jahns’ Augen, sah im blassen Schimmer der toten Außenwelt einen gebrochenen Mann mit grauer Haut, der auf einer abgewetzten Bank saß, und bei diesem Anblick wurde ihm schwindelig.

Zitat Seite 15

Die Stimmung bleibt über das gesamte Buch irgendwie bedrückend – auch wenn zwischendurch einmal fröhliche Momente zum Luft holen vorhanden sind. Die Menschen leben in einem Silo. Dieses Leben verlangt Opfer und Durchhaltevermögen. Der Blick nach außen ist direkt nicht möglich und kann nur über Bildschirme erfolgen, die Bilder von der Oberfläche zeigen. Das Leben ist für die Kinder aufregend und jeden Tag neu, doch mit dem Alter werden die Wände immer drückender. Diese Stimmung trägt sich durch das gesamte Buch. Doch bevor ihr nun denkt, hier habt ihr einen sentimentalen Schinken vor euch, der vor depressiver Stimmung nur so strotz, dann sei gesagt: ihr irrt 🙂

Was würden sie sehen, jene, die überhaupt hinsahen?

Zitat Seite 45

Das Buch ist in mehere Teile unterteilt und nimmt mit jedem weiteren Teil immer mehr Fahrt auf. Die Handlung wird vielschichtiger, es gibt Rückblicke und Querblicke, doch alles so gemacht, dass es für den Leser nachvollziehbar bleibt. Die Protagonisten dieses Buches sind wunderbar beschrieben und mir als Leser direkt ans Herz gewachsen. Ich habe mit ihnen gerätselt, Probleme gelöst und andere Protagonisten gehasst. Ja es gibt definitiv auch weniger sympatische Figuren in diesem Buch, aber gerade davon lebt es oder?

Insgesamt muss ich sagen ist es dem Autor wirklich sehr gut gelungen, die Stimmung des Lebens im Silo klar darzustellen und vor allem nachfühlbar zu machen. Dadurch wurde die Möglichkeit einer solchen Zukunft irgendwie erschreckend real. Gleichzeitig gibt es verschiedene Situationen im Buch, die so tatsächlich passieren würden. Da bin ich mir sicher. Insgesamt eine wirklich großartige Dystopie. Dennoch möchte ich an dieser Stelle nur 4 Sterne vergeben, da es manchmal eben doch leicht schwermütig war. Dieser Minuspunkt wurde jedoch mehrfach wieder aufgewertet, sodass es fast eine 5 Sterne Bewertung geworden wäre. Silo von Hugh Howey aus dem Piper Verlag ist also in jedem Fall lesenswert!! 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.