Ich gebe zu, als ich dieses Buch erstmals sah, dachte ich nur: Oh mein Gott. Was haben die sich denn dabei gedacht. Den Klappentext fand ich auch so naja aber nach ein paar mal Lesen und anschauen, sprang mich hinterrücks ein kleiner Funke an…

Vivian lebt in Texas und hat die Nase voll. Von den blöden Kommentaren der Jungs während des Unterrichts. Von den Lehrern, die nichts dagegen unternehmen. Von der absurden Kleiderordnung, die nur für Mädchen zu gelten scheint. Aber vor allem hat Vivian es satt, den Mund zu halten. Als sie einen alten Flyer ihrer Mutter, ein ehemaliges Punkrock-Riot-Grrrl, findet, beschließt sie, etwas gegen die Ungerechtigkeit zu tun. Heimlich gestaltet sie ihren eigenen Flyer, Moxie, und verteilt ihn an der Schule. Die Mädchen sind begeistert und tragen Vivians Botschaft weiter. Und auch Seth, der neue Junge an der Schule, ist schwer beeindruckt. Doch schon bald begreift Vivian, dass sie damit eine Revolution angestoßen hat, die ihre Leben ganz schön ins Wanken bringt …

Dieser kleine Funke ließ mir keine Ruhe und so musste ich das Buch schließlich lesen. Ich muss sagen, zum Glück! Es wirkt auf den ersten Blick wie ein Standard Jugendbuch für jüngere Leser. Es ist schön pink und richtet sich an Leser ab 14. Beachtlich ist jedoch die Message, die sich gut verpackt zwischen den Seiten verbirgt. 

Die brave Vivian gilt als Musterschülerin. Sie ist nicht aufmüpfig, tanzt nicht aus der Reihe und fällt im Grunde gar nicht auf. Das liegt vielleicht auch daran, dass es an ihrer Schule besser ist, als Mädchen nicht aufzufallen. Hier scheinen noch Ansichten zu herrschen, nach denen Frauen unmündige Wesen sind, nicht wählen sollten und schon gar keine Ausbildung erhalten. Das ist zwar jetzt überspitzt dargestellt und im Buch jugendfreundlich dargestellt, doch im Wesentlichen der Kern des ganzen. 

Weil wir uns nicht den (männlichen) Maßstäben anderer unterordnen wollen.
Weil wir wütend auf eine Gesellschaft sind, die uns sagt: Mädchen = dumm, Mädchen = schlecht, Mädchen =schwach.

S. 45

Die Vorfälle an der Schule häufen sich und irgendwann ist Vivian es leid den Mund zu halten. Sie beschließt sich zu wehren und tritt damit eine Welle los, die sie erhofft aber nicht erwartet hätte.

Die “Zines”, die Vivian im Buch erstellt sind einfach gestaltet. Sie transportieren die Message mit wenigen Seiten und mal ehrlich viele Seiten braucht es dafür auch nicht. Einen kleinen Einblick in die “Zines” gab es übrigens vom Arctis Verlag bei Instagram…

Zines aus den 70ern – Quelle commons.wikimedia.org

Vivian macht über das Buch eine erstaunliche Wandlung durch. Vom schüchternen, zurückhaltenen Mädchen wird sie zur selbstbewussten Persönlichkeit. Ihre Mutter hätte alles auf die Gene geschoben (was sie später auch tut), doch gerade dieser Wandel ist mit das Beeindruckendste im Buch. Der Zusammenhalt, der sich unter den Mädchen bildet – egal woher sie kommen oder welchen “Status” sie auf der Schule genießen. Nach anfänglichem Zögern kämpfen sie gemeinsam und zeigen dem Leser, was zusammen erreicht werden kann. 

Ihr merkt schon, ich bin echt begeistert von dem Buch. Einmal angefangen und hineingezogen, ist es auch fast unmöglich aufzuhören. Es ist ein Buch ab 14 und auch wenn vieles einfach dargestellt ist, wirkt es beim Lesen nicht nervig übertrieben oder gekünstelt. Die Autorin hat sich gut in die Situation eingefunden und sie so auch für mich älteren “hust” Leser noch gut transportieren können. 

Moxie ist ein Buch das Aufrüttelt und (hoffentlich) vergangenes zeigt. Unsere Gesellschaft ist auf dem Weg zur Gleichberechtigung der Geschlechter und dieses Buch ist ein guter Weg um vielleicht die einen oder anderen Augen zu öffnen. 

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