Ich finde dich

„Ich finde Dich“ von Harlan Coben weckte mein Interesse aufgrund des rätselhaften Titels und des geheimnisvollen Klappentextes. Beides versprach ein spannendes Buch und da ich zudem mal wieder Lust auf einen Thriller hatte, schien es mir perfekt für etwas Leseabwechslung. Erschienen ist es übrigens im Page & Turner Verlag.

Natalie war die Liebe seines Lebens. Doch sie hat ihn verlassen, hat wie aus dem Nichts einen anderen Mann geheiratet, und Jake Fischer war am Boden zerstört. Bei ihrem Abschied musste er Natalie zudem schwören, sie zu vergessen, sie nie mehr zu kontaktieren. Doch als sechs Jahre später etwas Unglaubliches geschieht, bricht Jake sein Versprechen – und macht sich auf die Suche nach Natalie. Eine Suche, die seine eigene gutbürgerliche Existenz für immer zerstört. Und die ihm offenbart, dass die Frau, die er zu lieben glaubte, nie wirklich existiert hat …
„Ich finde Dich“ ist mein erstes Buch von Harlan Coben und so wusste ich nicht wirklich, was mich bei diesem Autor erwartet. Erhofft habe ich mir ein spannendes Buch voller Geheimnisse und Rätsel. Über die ersten Seiten hinweg war ich jedoch skeptisch, ob das Buch meine Erwartungen erfüllen konnte. Die Handlung war nicht unbedingt überragend und plätscherte nur so leicht vor sich hin. Der Schreibstil ist zwar insgesamt in Ordnung, allerdings habe ich mich nicht gepackt und mitgerissen gefühlt.
Ich saß in der hintersten Kirchenbank und sah zu, wie die einzige Frau, die ich je lieben würde, einen anderen Mann heiratete.
Zitat Seite 7
Nachdem ich zunächst eher skeptisch und etwas irritiert ob der Handlung gewesen bin, spann sich die Geschichte weiter ohne das ich es merkte wie schnell die Seiten verflogen. Diesen Buch erschlägt einen irgendwie von hinten, denn plötzlich war es mitreißend, spannend und absolut genial. Nachdem ich zunächst doch fast schon enttäuscht gewesen war, bin ich letztlich begeistert. Durch den ruhigen, nachdenklichen und irgendwie leicht verwirrenden Anfang hatte ich als Leser doch einen entscheidenden Vorteil: Ich konnte die Hauptfigur sehr gut und in vielen Facetten kennenlernen. Das macht die gesamte Handlung viel überzeugender. Der zunächst sehr ruhige und fast „langweilige“ Schreibstil war letzlich eher turbulent und atemlos. Die Handlung hatte Wendungen, mit denen ich in meinen Träumen nicht gerechnet hatte.
Versprich es mir, Jake. Versprich mir, dass du uns in Ruhe lässt.
Zitat Seite 84
Um ehrlich zu sein, ich hatte die Hauptfigur zunächst für einen Stalker gehalten. Für einen recht abgedroschenen Mann, der eine Frau derart wahnhaft verfolgt, dass er eigentlich nur der Täter sein konnte. Doch schon nach den ersten Seiten zeigte sich, dass ich mir hier wohl geirrt habe. Ein interessanter Ansatz ist es dennoch und als Leser hat man so einen sehr guten Ausgangspunkt um sich letztlich in der Geschichte zu verlieren. Harlan Coben hat hier wirklich eine grandiose Leistung vollbracht, für die ich mich in der Bewertung schon leicht schwer tue. Eigentlich hat dieses Buch 5 Sterne verdient, doch der Anfang war etwas schwierig. Aus diesem Grund gebe ich 4,5 Sterne für „Ich finde Dich“ von Harlan Coben.

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