Wie einige von euch wissen, wohnen wir nun seit zwei Jahren in unserem eigenen Haus. Damit bekamen wir nicht nur deutlich mehr Wohnfläche sondern auch einen schönen, nicht zu großen Garten. Endlich war Platz um selbst auch etwas anzubauen. Nachdem ich im letzten Jahr zunächst mit einem Hochbeet erste Versuche unternahm, wurde in diesem Jahr statt der Vergrößerung des Beetes kurzerhand ein Gewächshaus angeschafft. Und was soll ich sagen, es war definitiv die eine der besten Entscheidungen in diesem Jahr.

Unser Projekt Gewächshaus

Im letzten Jahr waren wir bei der Auswahl des Hochbeetes sehr vorsichtig. Es war mit knapp einem Meter Höhe zwar ausreichend hoch, jedoch von der Pflanzfläche relativ klein. In diesem Jahr wollte ich unbedingt etwas größeres und mein Mann erklärte sich bereit eines zu bauen. Es war eine Preisfrage, denn bei meinen Vorstellungen wären wir schnell bei mindestens 500€ gewesen.

Also ab zum Baumarkt um nach passendem Material zu suchen. Dabei entdeckten wir nun auch ein Angebot: Gewächshaus mit rund 2 x 2 Metern Grundfläche. Natürlich kam so automatisch die Überlegung, ob es nicht eine Alternative wäre. Preislich lag es etwa beim selbstgebauten Hochbeet (Holz in den Abmessungen und Mengen ist teuer…) Im Ergebnis haben wir uns dann spontan für das Haus entschieden und gleich noch ergänzendes Material gekauft.

GewächshausTrotz wechselhaftem Wetter ging es noch am gleichen Nachmittag los. Boden etwas ausheben und begradigen, anschließend das Fundament legen und verhaken. Danach haben wir mit den Seiten und ständigen Regenfällen / Hagelhuschen gekämpft. Es war sau kalt, aber als die Sonne dann endlich raus kam stand auch das Gewächshaus. Am nächsten Wochenende ging es – zumindest für mich – weiter. Dielen einbringen als Begrenzung und Erde rein, damit es hält. In der Mitte wurde aus Reste unserer Pflasterarbeiten vorm Haus ein schöner Weg angelegt. Noch einen Pflanztisch vom Mann aufbauen lassen und fertig 🙂 Nun konnte das Anbauen beginnen.

Warum ein Gewächshaus?

Unser Leben ist geprägt vom Konsum. Alles kann mal eben irgendwo gekauft werden. Durch die ständige Verfügbarkeit sinkt das Bewusstsein für Lebensmittel. Das ging mir lange auch so. Mit dem Hochbeet hat sich diese Einstellung jedoch geändert. Wir kaufen nun deutlich bewusster ein und ich erfreue mich an jeder Gurke, jeder Tomate oder jeder kleinen Erbse, die ich ernten kann.

Gurkenernte

Doch Gewächshaus und Garten bringen noch einen weiteren Vorteil. Egal wie stressig der Arbeitstag war, am Abend geht es immer noch einmal ins Gewächshaus. Die Pflanzen werden kontrolliert, Unkraut gezogen, gegossen und vielleicht noch wieder etwas geerntet. Es ist wie eine kleine eigene Welt. Sie ist grün, ruhig und unglaublich entspannend. Es sind vielleicht nur 10 Minuten am Tag, doch sie gleichen jeden noch so stressigen und nervenaufreibenden Tag aus.

Ruhe finden – Ausgleich schaffen

Wir sprechen immer wieder davon einen Ausgleich zu unserer Arbeit finden zu müssen. Viele meinen dann Sport. Sie gehen Laufen, Radfahren oder ins Fitnessstudio. Ist das wirklich ein Ausgleich? Ich empfinde es eher als “ich muss dieses und jenes noch machen”. Auch wenn es mir gut tut, ich fühle mich danach nicht unbedingt entspannt. Das mag ich vielleicht erreichen, wenn ich eine Stunde mit dem Hund über die Felder laufe, deutlich schneller geht es jedoch im Garten.

Auch wenn ich inzwischen das Gefühl habe, dass es viel zu klein ist und bereits Vergrößerungen fürs kommende Jahr plane. Das Gewächshaus ist meine kleine Ruhezone. Hier passen eben nicht zig Leute rein. Hier bin ich für mich, muss mich nicht unterhalten, irgendetwas ansehen oder diskutieren. Hier kann ich mich auf die Ruhe besinnen und an den Pflanzen werkeln. Mein Mann hat sehr schnell gemerkt, dass er mir diese Zeit geben muss. Hat er anfänglich noch regelmäßig gegossen, weiß er nun, dass er es mir überlassen sollte. Egal wie genervt ich von der Arbeit komme. Sobald ich im Gewächshaus war geht es mir besser. Es hebt die Stimmung.

Leb’ doch Einfach

“Leb’ doch Einfach: und wie man’s macht” hat mir das noch einmal richtig bewusst gemacht. Erst durch das Buch habe ich bemerkt, wie gut mir die Entscheidung für das Gewächshaus getan hat. Wie notwendig es vielleicht auch war das Haus statt eines größeren Beetes zu bauen. Nun hat nicht jeder den Platz um sich ein Gewächshaus zuzulegen, aber es fängt schon mit kleinen Mitteln an. Die beiden Autorinnen geben viele Tipps, wie wir unseren Alltag angehen können ohne in Stress zu verfallen. Sie zeigen Möglichkeiten auf um einen insgesamt ruhigeren Ablauf zu etablieren und wieder zu sich selbst zu finden. Ich werde auf jeden Fall noch einige andere Punkte daraus versuchen umzusetzen.

2 Replies to “Gewächshaus – Der Ruhepol im eigenen Garten

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