Es ist ein immerwährender Krieg. Der Krieg zwischen Licht und Schatten. Zwischen Gut und Böse. Zwischen Engeln und Dämonen – oder gefallenen Engeln. Dabei ist es nicht überraschend, dass auch Menschen ab und an mit hineingezogen werden. 

Auch in “Awaking” ist dieser Wettstreit Thema, auch wenn es bisher noch nicht zur entscheidenden Schlacht gekommen ist. Ein sensibles Gleichgewicht wird von beiden Seiten aufrecht erhalten. Die Frage ist allerdings wie lange noch. 

Wir haben lange auf den passenden Moment gewartet. Schließlich wollten wir das heilige Gleichgewicht nicht stören.

S. 209

Rose hatte bisher ein scheinbar normales Leben – wenn man mal vom Tod ihrer Mutter absieht, und der Tatsache ihres ständig arbeitenden Vaters. Sie muss schon als Jugendliche lernen allein zurecht zu kommen. Sie hat niemanden, mit dem sie über ihre Probleme reden kann. Natürlich, sie hat eine beste Freundin, doch glaubt sie nicht ihr wirklich alles anvertrauen zu können. 

Eines Tages sieht sie völlig unvermittelt ihre tote Mutter auf der anderen Straßenseite. Das bringt sie so aus dem Konzept, dass sie einen herannahenden LKW übersieht. Damit ändert sich nicht nur ihre Leben, es ändert sich irgendwie alles. Mit Chulo erfährt sie nicht nur von der Existenz von Engeln, ihr werden auch die Augen geöffnet. 

Wie in Zeitlupe wandte er sich um und musterte mich mit seinen blauen Augen. Unsicherheit stand darin. Mein Herz machte einen Satz. Ich war also nicht verrückt.

S. 40

Ich gebe zu, ich wollte dieses Buch beim ersten Blick lesen. Ich hatte den Titel gehört und das Cover gesehen, da stand die Entscheidung fest. Ich wusste noch nicht einmal genau worum es ging und doch war meine Neugier direkt geweckt. Ich muss sagen, das Buch hält was das Cover verspricht. Lea Weiss hat es geschafft mich bereits nach wenigen Seiten in den Bann der Geschichte zu ziehen. 

Rose ist ein starker Charakter. Sie lässt sich nicht alles bieten. Auch wenn ich zu Beginn kurz die Befürchtung hatte, dass es sich hierbei lediglich um das nächste Vampir-Abklatsch-Drama (eben nur in San Francisco) handelte, konnte sie mich überzeugen. Die Sorge war schnell zerstreut und im Nachhinein völlig unbegründet! 

Quelle: Pixabay

Die Autorin hat einen großartigen Schreibstil. Er ist packend und im richtigen Moment bildhaft ohne schnulzig zu werden. Dies war sehr angenehm, wäre die Kitsch-Gefahr doch zu groß gewesen. So entwickelt sich die Handlung logisch ohne triefend zu werden. Die Spannung kommt ebenfalls nicht zu kurz und auch wenn die Liebesgeschichte offensichtlich ist, nimmt sie doch nicht den kompletten Raum ein. Sie ist vielmehr eine Ergänzung, der das Buch abrundet.

Es ist wie in einem Buch von Marah Woolf (wenn ich vom letzten Finale mal absehe). Diese Begeisterung habe ich selten zum Ende eines Buches. Ich bin enttäuscht, dass es vorbei ist. Ich möchte am besten gestern weiterlesen. Ich bin gleichzeitig voller Erwartung und auf der anderen Seite panisch, weil noch so lange zu warten ist. Ich überlege der Autorin aufzulauern und ihr das Manuskript herauszupressen – keine Angst ich werde jetzt nicht zur Stalkerin 😉 Aber verdammt! Ich muss unbedingt wissen wie es weiter geht!

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