Nach Klingenfieber ist Dorn von Thilo Corzilius das zweite High Fantasy Leseerlebnis für mich in diesem Monat. Auch dieses Buch ist im Piper Verlag erschienen und ich muss sagen, es hat gehalten, was ich mir versprochen habe. Das Cover mag auf den ersten Blick recht einfach erscheinen, doch nachdem ich das Buch gelesen habe, finde ich es mehr als passend. Der Titel ergibt sich aus dem Kontinent, auf welchem hier alles spielt und auch wenn es mehrere Reiche gibt, so ist doch die Geschichte aller miteinander verwoben.

Ein Abenteuer voller Intrigen, Verrat und großer Schlachten: Dorn ist eine Welt, aus der die alte Magie längst entschwunden ist. Und auch das Eherne Reich, welches den Kontinent eint, ist im Zerfall begriffen. Als Markgraf Deckard von Falkenberg ein geheimnisvolles Elbenmädchen unter seinen Schutz stellt, ahnt er nicht, dass dieses etwas bei sich trägt, das sowohl die Rettung als auch den Untergang des Reiches bedeuten könnte. Und dass ihr dunkler Verfolger vor nichts zurückschrecken wird …

Der Einstieg ins Buch war sehr gut. Es beginnt eher ruhig und legt doch ein gutes Fundament für die restliche Geschichte. Der Autor schafft hier sogesehen einen Rahmen für das rechtliche Geschehen, da der eigentliche Inhalt letztlich von einem der Protagonisten erzählt wird. Beim Lesen merkt man das allerdings nicht, was ich für meinen Teil auch angenehmer finde. Die Charaktere waren mir direkt sympathisch, Deckard von Falkenberg ist ein starker Charakter, der im Laufe des Lesens immer mehr Eindruck hinterlässt.

In Wahrheit ist die Hoffnung ein wildes Tier, das sich ungezähmt und mit markerschütterndem Geschrei immer wieder gegen seine Gitterstäbe der Vernunft wirft.
Abwägen, lautet die magische Formel stets.
Abwägen, worauf es sich zu warten lohnt und worauf nicht.

Zitat Seite 9

Ich mag den ruhigen Schreibstil des Autors. Die Handlung fließt eher dahin. Es geschieht nichts extrem weltbewegendes und dennoch entwickelt sich unbewusst eine derartige Spannung, dass ich einfach weiterlesen musste. Ich kann nicht sagen, wie genau der Autor dies geschafft hat, doch es hat mir gefallen. Es ist nicht anstrengend dieses Buch zu lesen. Ganz im Gegenteil. Ein zu ruhiger Schreibstil kann schnell ermüdend oder langweilig wirken. Hier jedoch erhält man nebenbei Einblicke in die Politik und die Geschichte des Kontinents, lernt die verschiedenen Protagonisten immer besser kennen während die Antagonisten einfach nur unsympathisch sind. Es ist fast schon klischeehaft wie vorhersehbar ich hier als Leser gewesen bin. Aber egal, ich finde es nicht schlimm denn genau das sollte doch beim Leser auch erreicht werden oder?

Insgesamt vergebe ich für Dorn die vollen 5 Sterne, da es mich auf ganzer Linie überzeugen konnte. Es ist kein Pageturner im klassischen Sinn, aber das hatte ich mir von diesem Buch auch nicht erwartet. Es konnte vielmehr mit seinen Charakteren und der Geschichte überzeugen. Sie bietet neben Spannung ein beeindruckendes Gesamtbild, das sich während des Lesens in meinem Kopf formt und gerade darauf kommt es mir beim Lesen von High Fantasy an. Natürlich sprechen wir hier vom Fantasy Genre, das nicht im herkömmlichen Sinn als realistisch bezeichnet werden kann. Dennoch sollte es der Autor schaffen eine Gesellschaft zu formen, die realistisch erscheint und beim Lesen keinen Zweifel oder ähnliches aufkommen lässt. Es darf nicht übertrieben wirken, sollte umfassend sein und die Handlung darf dabei keinesfalls zu kurz kommen. Dies alles hat Thilo Corzilius in meinen Augen geschafft. Daher vergebe ich für dieses Buch auch eine Leseempfehlung an all jene, die gern High Fantasy lesen oder dieses Genre einmal ausprobieren möchten.

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