Ich gebe zu bei diesem Buch war es das Cover, das gleich meine Aufmerksamkeit erregte. Mal ehrlich, welcher Bücherwurm wäre bei der Wand aus Büchern nicht schwach geworden? Der Traum einer gemütlichen Buchhandlung mit scheinbar unendlichen Regalen voller Bücher – wer kennt ihn nicht? Mit diesem Buch wird er zur fast greifbaren Wirklichkeit.

Als Clay Jannon seinen Job als Webdesigner verliert, meldet er sich auf eine Stellenanzeige hin bei Mr. Penumbra, der in San Francisco eine alte, verstaubte Buchhandlung betreibt, die rund um die Uhr geöffnet ist. Clay übernimmt die Nachtschicht, und bald ist ihm klar, dass hier irgendetwas nicht stimmt: Die Kunden kaufen nichts, sondern leihen die Bücher nur aus, drei Stockwerke hohe Regale beherbergen riesige Folianten, die keine Texte beinhalten, sondern nur ellenlange Reihen aus Buchstaben. Nach und nach findet Clay heraus, dass Mr. Penumbra und seine Kunden einem uralten Geheimnis auf der Spur sind. Mit der Unterstützung seiner Freundin Kat und seines ältesten Kumpels Neel, sowie der Weisheit von Mr. Penumbra, macht sich Clay daran, dieses Geheimnis zu lüften. Ein Geheimnis, das bis in die Anfangszeiten des Buchdrucks zurückreicht.
Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra ist ein spannendes literarisches Rätsel und ein inspirierendes und philosophisches Buch voller einzigartiger Charaktere und visionärer Ideen.

Nachdem mich die Vorgeschichte zum Buch bereits begeistert hat, war ich natürlich nur umso gespannter darauf es zu lesen. Der Schreibstil, den ich im eBook zunächst noch ungewöhnlich fand, war jetzt bekannt und floss nur so dahin. Sloan bedient sich nicht unbedingt eines einfachen Schreibstils, der einfach so dahinplätschert. Nein, ich würde hier durchaus schon von einem gehobenen Stil sprechen, welcher dem Inhalt des Buches auch gerecht wird. Es geht hier um eine Buchhandlung und ein Geheimnis, welches um einiges größer ist, als der Leser zunächst annimmt.

Verloren im Schatten der Regale, falle ich fast von der Leiter. Ich bin jetzt genau auf halber Höhe angelangt. Der Boden der Buchhandlung liegt tief unter mir, die Oberfläche eines Planeten, von dem ich mich weit entfernt habe. Die Regale türmen sich über mir auf, und dort, wo sie enden, ist es dunkel – die Bücher stehen dicht an dicht und lassen kein Licht hindurch. Gut möglich, dass dort auch die Luft dünner ist. Ich glaube, ich habe eine Fledermaus gesehen.
Zitat Seite 11

Schon der Einstieg ins Buch ist geheimnisvoll. Aber wie gesagt, hatte ich ja nicht wirklich etwas anderes erwartet. Wer von euch die Vorgeschichte nicht gelesen hat, dem sei an dieser Stelle jedoch versichert: Ihr müsst sie nicht lesen um in Penumbras Buchhandlung zu versinken. Es ist in sich abgeschlossen und steht auch ohne Vorwissen sehr gut da. Die Charaktere sind wunderbar einfach und doch gleichzeitig absolut umfangreich. Es ist schwer zu beschreiben für jemanden, der dieses Buch nicht gelesen hat. Es lebt von einem eigenen Zauber, sympathischen Protagonisten und einigen wenigen Anthagonisten, die kaum als solche wahrgenommen werden.

Wenn man an Bibliotheksregalen entlanggeht und mit dem Finger über die Buchrücken streicht – dann spürt man unwillkürlich die Gegenwart schlummernder Seelen.
Zitat Seite 183

Insgesamt ist dieses Buch eine wunderbare Mischung aus Tiefgang und leichter Unterhaltung – wobei ich hier leicht nur bedingt verwenden möchte. Die Handlung des Buches ist im Grunde einfach, der Schreibstil und verschiedene Gedanken darin verleihen ihr jedoch eine schwer zu greifende Tiefe. Dadurch wird dieses Buch in meinen Augen etwas Besonderes. Der Zauber “Buch” beginnt beim Cover und zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Man muss es gelesen haben, um es wirklich zu begreifen. Dafür vergebe ich sehr gute 4 Sterne und eine eindringliche Leseempfehlung für alle Bücherwürmer und Leseratten da draußen 🙂

Mehr Infos zum Buch gibt es übrigens auf den Seiten des Blessing Verlags.

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