“Die Glücksammlerin” ist mir aufgrund ihres Covers aufgefallen. Es erinnert mich an ein anderes Buch, auch wenn ich heute nicht mehr genau sagen kann, welches das eigentlich war. Ich habe nur noch in Erinnerung, dass es ziemlich gut gewesen ist und der Klappentext von “Die Glücksammlerin” versprach ebenfalls gute Unterhaltung.

Cornwall, das ist der eine Ort, an dem sich Allie am geborgensten fühlt – hier hat sie die schönsten Momente ihrer Kindheit verbracht. Aus diesem Grund flüchtet sie nach ihrer gescheiterten Ehe in diese idyllische Abgeschiedenheit, um in Ruhe über ihr Leben nachzudenken. Doch das Schicksal verfolgt andere Pläne, denn kurz nach ihrer Ankunft begegnet Allie der lebenslustigen Mittfünfzigerin Marsha, die eine Horde jüngerer Leute um sich schart. Sie alle bringen ungeahnten Schwung in Allies Leben – vor allem Adam hat es ihr angetan. Doch als Allies Glück zurückgekehrt scheint, stellt die Vergangenheit nicht nur ihr eigenes Leben auf den Kopf …

Einstieg

Der Einstieg in den Roman von Julie McGowan war mal etwas ganz anderes. Die Protagonistin listete zunächst auf, was dieses Buch alles nicht werden würde. Kein Klischee der alleinstehenden, weinerlichen Frau die sich nach einem heißblütigem Liebhaber verzehrt oder ähnliches (Schade 😉 ). Dieser Einstieg war zunächst etwas irritierend aber ich muss sagen ich bin auch ganz froh, dass hier kein triefendes Klischee zwischen den Seiten warten würde. Dennoch finde ich es irgendwie seltsam, dass die Protagonistin erklärt was dieses Buch nicht sein würde obwohl sie selbst es gar nicht schreibt. Zumindest habe ich diese Verbindung nirgends im Buch entdecken können.

Charaktere

Allie ist eine sympathische junge Frau, die teilweise doch ein wenig arg ins Selbstmitleid abdriftet. Marsha ist hier ein hervorragender Gegenpol, der das ganze Buch auflockert und den Leser nicht in depressiven Sümpfen einer sitzengelassenen Ehefrau versinken lässt. Marsha ist eine Künstlerin, die ihre Kreativität in nahezu jeder Hinsicht auslebt. Ihre Lebenslust ist durch die Seiten zu spüren und springt letztlich auch auf Allie über. Hier hat die Autorin einen Charakter geschaffen, dem ich so auch einmal in der Realität begegnen möchte. Naja, was nicht ist und so 😉

Handlung_Stil

Zu der Handlung des Romans gibt es eigentlich nicht allzu viel zu sagen. Der Klappentext gibt bereits einen sehr guten ersten Eindruck aber natürlich passiert im Buch tatsächlich einiges mehr. Im Vordergrund stehen dabei allerdings mehr die Figuren und Schicksale als die eigentlichen Unternehmungen. Hier werden Beziehungen geknüpft und Ängste überwunden. Allie lernt ihre Mutter besser zu verstehen und damit auch sich selbst.

Der Schreibstil ist dabei jederzeit angenehm flüssig und locker. Dadurch bleibt der Roman auch in den schwierigen Situationen eine relativ leichte Lektüre, die den Leser nicht runterzieht oder ähnliches. Julie McGowan hat es hier wirklich gut verstanden eine Mischung aus Schicksal, Drama und leichter Unterhaltung zu erzeugen.

Fazit

Ich habe im Vorfeld der Lektüre verschiedene Rezensionen zum Buch gelesen, die eher mittelmäßig oder gar schlecht ausgefallen sind. Vom Lesen abgehalten hat mich das allerdings nicht und im Nachhinein bin ich wirklich froh darum. “Die Glücksammlerin” ist ein wunderbarer Roman, in dem teils dramatische Schicksale mit einer Leichtigkeit dargestellt und erzählt werden, die den Leser entspannt und gleichzeitig fordert. Dieses Buch ist eine wunderbare Mischung, die ich so noch in keinem anderen Roman gefunden habe. Leider passte der Beginn des Buches irgendwie nicht so recht zum Rest weshalb ich hier nur sehr gute 4,5 Sterne vergeben kann.

4-5Sterne

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