Dieses Buch habe ich mir in der vergangenen Woche gekauft als Vorbereitung auf Opferzeit. Manchmal stößt man eben durch die Fortsetzung auf interessante Bücher 🙂 Nun sicherlich hätte ich auch einfach direkt den zweiten Teil lesen können, doch ich wollte die Vorgeschichte kennen und so musste ich natürlich auch vom siebten Tod lesen 🙂

Mein Name ist Joe. Ich bin ein netter Kerl. Aber manchmal bringe ich Frauen um.
Joe hat sein Leben scheinbar fest im Griff – tagsüber jobbt er als Putzmann bei der Polizei, abends geht er anderen Tätigkeiten nach. Er denkt daran, seine Fische zweimal täglich zu füttern und seine Mutter mindestens einmal pro Woche zu besuchen, obwohl er ihren Kaffee ab und zu mit Rattengift verfeinert. Er stört sich kaum an den Nachrichten über den Schlächter von Christchurch, der – so wird behauptet – sieben Frauen umgebracht hat. Joe weiß, dass der Schlächter nur sechs getötet hat. Er weiß es ganz einfach. Und Joe wird diesen Nachahmer finden; er wird ihn für die eine Tat bestrafen und ihm die anderen sechs Morde anhängen. Ein perfekter Plan, denn er weiß bereits, dass er die Polizei überlisten kann. Das Einzige, was noch getan werden muss, ist, sich um all die Frauen zu kümmern, die nicht aufhören, ihm im Weg zu stehen.

Der Einstieg ins Buch war vielleicht etwas befremdlich, doch eher nur am Rande. Die Handlung beginnt mitten im Geschehen und wir machen als Leser auch direkt Bekanntschaft mit dem Täter. Kein wirklich ungewöhnliches Vorgehen des Autors bei einem Thriller, aber für dieses Buch dennoch genau passend. Schon zu Beginn fange ich an, den Täter zum einen fasziniert zu betrachten, zum anderen abschreckend zu finden. Diese Mischung der Eindrücke zwingt zum Weiterlesen.

Auch im weiteren Verlauf ändert sich dies nicht. Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, von denen eine der hauptsächlichen Perspektiven jene des Täters ist. Er feiert sich selbst und verabscheut den Rest, macht sich über die Welt und das weibliche Geschlecht lustig. Nun das ist auch die Basis für die Geschichte – vom gestörten Verhältnis zur Mutter einmal abgesehen. Paul Cleave hat dies wirklich hervorragend umgesetzt. Eigentlich ist der Täter ja immer der Böse, den man als Leser ganz automatisch verabscheut. Hier jedoch konnte ich seine Taten nachvollziehen und fühlte, fieberte teilweise sogar mit ihm – erschreckend. Es war für mich eine neue Erfahrung.

Die Charaktere sind hervorragend angelegt. Joe, Sally und alle anderen. Jeder von ihnen hat eine eigene kleine Welt, die ihre Handlungen und ihre Person definieren. Sie überschneiden sich an manchen Stellen und vermischen sich miteinander. Es ist kein filigranes Netz, dass der Autor hier gesponnen hat, doch ein symbolträchtiges. Es vermittelt etwas wie Normalität und kehr gleichzeitig die ungewöhnlichen Dinge des Alltags nach außen.

Die Spannung bleibt hier bis zum Schluss. Ein fundierter Thriller mit Biss hervorragend umgesetzt. Ich bin begeistert und vermisse lediglich die schlaflosen Nächte. Daher an dieser Stelle leider auch nur 4 Sterne. Die Fortsetzung jedoch muss ich in jedem Fall unbedingt lesen und auch “Der siebte Tod” kann ich jedem von euch nur wärmstens empfehlen 🙂

2 Replies to “Der siebte Tod

  1. Ich hab das Buch DER SIEBTE TOD vor Jahren gelesen und war fasziniert von der Täterperspektive. Damals konnte man die nämlich noch suchen 😉 und so war es für mich außergewöhnlich, einen Thriller so zu lesen.
    Da auch auf meinen SuB nun OPFERZEIT parat liegt, will ich aber vorher ein Re-Read vom DER SIEBTE TOD machen. Das Lesen liegt einfach schon zu lange zurück – bzw. zu viele andere Bücher dazwischen;).
    Schön, dass es dir gefallen hat und viel Spaß mit OPFERZEIT! Liebe Grüße, Iris

    1. Ein Re-Read kann ich dir nur empfehlen. Ich lese ja nun beide Bücher direkt nacheinander und dadurch nehme ich vor allem Kleinigkeiten besser auf. Besonders schade finde ich zwei inhaltliche Unterschiede in den Büchern 🙁 Mehr dazu dann aber in der Rezi.

      Ich wünsche dir jedenfalls viel Spaß beim Lesen 🙂

      Gruß
      Annett

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