“Der Rithmatist” – ein Buch, auf das ich wirklich sehnsüchtig gewartet habe. Von der Idee erinnert es entfernt (sehr entfernt) an Harry Potter und mal ehrlich, was geht schon über einen kleinen Zauberlehrling 😉 Nun im neuen Buch von Brandon Sanderson ist es etwas anders, denn Joel geht zwar auf eine Schule, auf der auch “Zauberer” ausgebildet werden, ist selbst aber keiner von ihnen.

Wie wird man Magier, wenn man nicht zaubern kann? Mit diesem Problem kämpft Joel tagtäglich, denn nichts wünscht er sicih sehnlicher, als ein Rithmatist, ein berühmter Kreidemagier, zu werden. Doch so sehr er sich auch bemüht, seine Kreidefiguren bleiben leblos – bis zu dem Tag, an dem plötzlich das Schicksal aller Rithmatisten auf Joels Schultern ruht. Einem Tag, an dem eine lange verborgene Gabe in ihm erwacht…

“Der Rithmatist” ist nicht das erste Buch von Sanderson, das ich lese. “Steelheart” konnte mich jedoch nicht vollends überzeugen und umso gespannter war ich auf dieses Buch. Natürlich kann man sich jetzt fragen, ob ich unter der Voraussetzung ohne große Erwartungen an dieses Buch gehen konnte. Das lässt sich schnell beantworten: Nein. Es liegt allerdings weniger an “Steelheart” als vielmehr am Klappentext des Buches, dass ich hier schon so meine Erwartungen hatte.

Der Klappentext wirft viele Fragen auf und machte mich bereits vor Wochen neugierig auf dieses Buch – so neugierig, dass ich es auch kurz nach Erscheinen unbedingt lesen musste. Es gibt eben Bücher, da kann man nicht lange warten 😉

Der Einstieg ins Buch war für mich etwas befremdlich. Sanderson untermalt seine Geschichte durch zahlreiche schematische Skizzen, in denen die Zeichnungen der Kreidemagier dargestellt und erklärt werden. Mit dem weiteren Lesen zeigt sich dies als gute Idee, denn nur so kann man sich einige Situationen im Buch besser vorstellen – insbesondere Duelle und Kämpf. Es ist erstaunlich, denn mit diesen Skizzen macht Sanderson erst die ganze Arbeit hinter diesem Buch wirklich greifbar.

Joel selbst ist ein ergeiziger junger Schüler, der sich allerdings weniger auf die normalen Fächer konzentriert sondern mehr auf jene, an denen er nicht teilnehmen darf. Dieses Interesse geht sicherlich auf seinen Vater zurück, der allerdings vor knapp acht Jahren verstorben ist. So oder so hat er es im Schulalltag nicht einfach. Seine Noten lassen sein mangelndes Interesse für die verschiedenen Fächer nicht vermuten, aber Lehrern fällt Desinteresse natürlich trotzdem auf 😉

Die Handlung des Buches beginnt langsam. Das aktuelle Schuljahr ist fast vorbei und alle “normalen” Schüler planen ihre Sommerferien. Die zukünftigen Rithmatisten werden auch über die Ferien weiter unterrichtet und verbleiben daher auf dem Campus. Kurz vor Beginn der Ferien verschwinden Schüler und was anfänglich kaum auffällt wird schnell zu einem Problem. Joel wird zum Assistenten des ermittelnden Professors benannt und ist so hautnah bei den Ermittlungen dabei – einziges Problem: Er selbst ist kein Kreidemagier.


Joel ist mir als Protagonist schnell ans Herz gewachsen. Er ärgert sich darüber, nicht alles lernen zu dürfen, was er lernen möchte. In Melody findet er nach anfänglichen Streitereien eine gute Freundin, die ihn so unterstützt wie er sie. Ihre Freundschaft ist zunächst wackelig letzlich aber ungemein beeindruckend. Schnell fiebert man hier mit den beiden auf ihrem Weg durch Gefahren und zahlreiche Diskussionen.

Der Schreibstil Sandersons ist leicht und flüssig. Der Spannungsbogen der Handlung ergibt sich wie von selbst und schnell findet sich auch hier ein absolutes Hassobjekt unter den Lehrern 😉 Ja auch im Nachhinein finden sich kleine Parallelen zu Harry Potter und doch ist dieses Buch komplett anders. Es ist interessant, spannend und immer wieder überraschend. Sanderson schafft es mit Leichtigkeit den Leser an der Nase herumzuführen und letztlich mit dem Kopf auf die Lösung zu stoßen – grandios!

Dieses Buch ist alles andere als langweilig. Es ist spannend, kurzweilig und schlägt “Steelheart” meiner Ansicht nach um mehrere Buchlängen (auch wenn man die Geschichten kaum vergleichen kann). Dafür vergebe ich nur allzu gern die vollen 5 Sterne und würde vermutlich noch mehr vergeben, wenn die Skala nicht hier zu Ende wäre 😉

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