Mehr als 600 Seiten Fantasy – klingt das vielvesprechend? Ich finde schon, gerade weil der Titel auch ungemein verheißungsvoll klingt und ich einen spannende Geschichte dahinter erwartete. Was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht aber fangen wir am Anfang an 😉

Wenn Magie den Lauf des Schicksals für immer verändert
Zehn Jahre nach dem Ausbruch der Revolution, die das Kaiserreich in Schutt und Asche legte, ist der ehemalige General Dun-Cadal ein körperliches und seelisches Wrack: Von Trauer um seinen Kaiser und seinen Knappen gezeichnet, vertrinkt er seine Tage in den übelsten Kaschemmen der Hafenstadt Masalia. Bis ihn eines Tages die junge Historikerin Viola aufsucht und die beiden ein Geheimnis aufdecken, das das Reich erneut in seinen Grundfesten zu erschüttern droht. Und plötzlich ist Dun mittendrin in einem gefährlichen Strudel aus politischen Intrigen, Machtkämpfen, Schlachten und … Magie!

Nach dem Cover war es der Klappentext, der mich dazu veranlasste dieses Buch unbedingt lesen zu müssen. Endlich mal wieder High Fantasy zum Eintauchen – wunderbar, das hat mir in den Wochen vorher etwas gefehlt gehabt. Die Geschichte an sich ist eigentlich nicht kompliziert. Ein großer Krieger landet verletzt im Feindesland, doch er wird nicht etwa getötet, nein, ein Feind pflegt ihn wieder gesund – noch dazu ein Kind. Der Knabe wird sein Knappe und lernt die Kampfkunst von ihm um letztlich selbst Ritter zu werden. Bis es allerdings soweit ist müssen einige Abendteuer und Schlachten bestanden werden.

In jedem Leben kommt der Tag,
an dem man sich entscheiden muss.
Wer war ich und wer will ich sein.
Wie wird dereinst das Ende mein.
Es ist mein eigener Entschluss,
dessen ich stolz und reuig sein mag.

Zitat Seite 11

Schon das erste Kapitel beginnt mit Tiefgang. So manches Mal war ich erstaunt über die Verse zu Beginn verschiedener Kapitel. Erst im Nachhinein beim Lesen wurde ersichtlich, wie gut sie ausgesucht wurden. Sie verdeutlichen den Sinn hinter den Kapiteln und verleihen der ganzen Geschichte noch mehr Tiefgang. Insgesamt finde ich die Handlung ohnehin sehr mit Bedacht erzählt. Der Autor hat darauf verzichtet die zahlreichen Schlachten zu sehr hervorzuheben. Hier stehen nicht Mord, Kampf und Krieg im Vordergrund sondern die Menschen und die gesellschaftliche Entwicklung. Das einst blühende Kaiserreich gibt es nach der großen Revolution nicht mehr. Wir befinden uns in einer Republik und nur ein betrunkener, ehemaliger General scheint sich noch an die Zeiten vor dem Krieg zu erinnern.

“Jemanden von hinten angreifen?
Aber das ist ein ehrloser Kampf!”
“Jemanden zu töten ist niemals ehrenvoll, Kleiner. Nie. Dabei spielt es keine Rolle, wie du es tust.
Ein Leben zu nehmen ist nichts Rühmliches.”

Zitat Seite 85

Die Charaktere sind hervorragend angelegt. Ich bin mehrfach in den Erzählungen versunken und mit ihnen durch die Wälder gestreift. Dies ist dem Autor wirklich hervorragend gelungen. Sie sind nicht oberflächlich angelegt sondern haben einen Tiefgang, der sich teilweise erst in der zweiten Hälfte des Buches offenbart. Auch wenn hier nur unterschwellig mit Spannung gearbeitet wurde, so war ich doch an das Buch und von den Erzählungen Duns gefesselt. Erst langsam entsteht ein komplettes Bild, immer wieder gibt es Überraschungen im Geschehen oder aber bei den Charakteren und letztlich wurde es sogar etwas dramatisch und emotional. Laerte wie auch Dun sind mir über das Buch beide sehr ans Herz gewachsen und ich war recht enttäuscht als der letzte Satz gelesen war 🙁

Wie vieler Jahre bedarf es, ein Reich zu gründen?
Und wie vieler Sekunden, es zu zerstören…

Zitat Seite 252

Dieses Buch hat mich überzeugt und begeistert. Leider war es mitunter etwas schwierig zu lesen oder ich kam einfach nur langsam voran 😉 Insgesamt kann ich es jedoch in jedem Fall weiter empfehlen und vergeben dafür sehr gute 4 Sterne 🙂

One Reply to “Der Pfad des Zorns – Das Buch und das Schwert”

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