Ich weiß gar nicht, was bei diesem Buch zuerst mein Interesse weckte – der Titel oder doch das Cover? Vermutlich war es irgendwie beides, denn es klang nicht unbedingt nach einem seichten Thema. Perfekt! 😉 Das sorgte schnell dafür, dass ich den Klappentext lesen musste und dieser letztlich dafür, dass ich auch unbedingt das Buch lesen wollte.

Annabel hat bei einem Autounfall ihren kleinen Bruder und ihre Eltern verloren. Seitdem versucht sie, mit dem Verlust zu leben. Doch der Wunsch, wieder mit ihrer Familie vereint zu sein, ist übermächtig. In ihrer Verzweiflung beschließt die junge Frau, ihrem Leben ein Ende zu setzen und stürzt sich von einer Klippe. Doch ihr Selbstmordversuch misslingt: Sie erwacht im Krankenhaus, wo ihr ein fremder Mann seine Hilfe anbietet. Der Pfleger Lukas ist fasziniert von der schönen Unbekannten und möchte ihr helfen. Doch kann ein Fremder Annabel ihren Lebenswillen zurückgeben? Als sie zum Schutz vor sich selbst bei Lukas und seiner Familie einzieht, wird schnell klar, dass auch Lukas Welt nicht so perfekt ist, wie es von außen scheint. Und dass er Annabel wohl genauso dringend braucht, wie sie ihn …

Einstieg

Das Buch beginnt mit einem Schocker. Wie schon der Klappentext aussagt, versucht Annabel sich umzubringen. Dieser Selbstmord wird auf den ersten Seiten geschildert. Dies hat die Autorin hervorragend umgesetzt, es schockiert, bleibt aber soweit im Rahmen, dass man nicht gleich komplett erdrückt wird. Die eigentliche Schrecklichkeit wird mit einer schönen Erinnerung ergänzt und ist so für den Leser besser zu erkennen.

Charaktere

Annabel ist eine junge Frau, die am Tod ihrer Familie zerbrochen ist. Sie hat den Autounfall als einzige überlebt und auch wenn sie zumindest körperlich wieder gesund wurde, so hat ihre Seele wie auch ihre Psyche sehr darunter gelitten. Dieser Zustand spitzte sich immer weiter zu bis sie letztlich versuchte sich selbst umzubringen indem sie von einer Klippe stürzt.

Auf der anderen Seite ist Lukas, der Pfleger im Krankenhaus, der während der schweren Zeit zu ihr steht und auch noch nach ihrem Aufenthalt versucht ihr zu helfen. Auch er hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich wobei seine aktuelle Lebenssituation ebenfalls nicht einfach ist.

Handlung_Stil

Zunächst einmal: Der Stil der Autorin ist einfach wundervoll! Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht Annabels und aus Lukas Sicht erzählt. Dadurch bekommt man beim Lesen beide Seiten wirklich sehr gut mit und kann sich in die ganze Handlung einfach besser einfühlen. Im Buch selbst gibt es keine extreme Spannung oder besser gesagt keine offensichtliche, dennoch konnte ich einfach nicht anders als mit den beiden zu fiebern.

Lukas ist eine wundervolle Person, die Annabel unterstützt und hilft sich weiterzuentwickeln. Die ganze Story ist rundum sinnig und plausibel aufgebaut, was gerade bei schwierigen Themen schnell einmal schief gehen kann. Hier herrscht nicht zu schnell und unrealistisch das Paradies und alles wird gut. Jeder Schritt ist harte Arbeit für die Protagonisten und es gibt tatsächlich auch Rückschläge.

Fazit

Dieses Buch hat meine Erwartungen übertroffen. Ich habe eine dramatische Geschichte erwartet ja, doch es überzeugte nicht nur mit einen wirklich sehr gut umgesetzten schwierigen Thema, sondern fast noch mehr mit seinen Protagonisten und ihrer Entwicklung. “Dem Leben so nah” ist ein Roman voller Emotionen, ein wenig Glück und verschiedenen kleinen wie großen Dramen. Zusammen gibt das auf den ersten Blick eine schwierige Mischung, welche die Autorin jedoch so geschickt angelegt hat, dass es einfach Spaß macht dieses Buch zu lesen.

5-Sterne

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