Im Rahmen der Tour habt ihr bereits verschiedenes über den Roman “Ewig und Du” von Emily Bähr erfahren. Gestern hat euch Nicole die Hauptperson Lefke vorgestellt. Über sie geht es heute in gewisser Weise ebenfalls, wenn auch aus einer anderen Perspektive.

Der Roman beginnt mit Lefke’s Einschätzung ihrer Situation. Diese ist schlimm: Sie lag lange im Koma, ihre Muskeln sind dadurch degeneriert und sie sitzt im Rollstuhl. Ihr Traum Balletttänzerin zu werden, hat sich mit ihrem Unfall in Luft aufgelöst und auch die bereits anlaufende Modellkarriere war mit einem Schlag beendet. Was also soll sie noch hier? Warum sollte sie noch weiterleben. Sie, die nichts weiter als eine Belastung für ihre Familie ist und Freunde hat sie dank dem Koma ja ohnehin keine mehr.

Ich hasse es.
Im Rollstuhl zu sitzen. Nicht tanzen zu können.
Alles.
Zitat Pos. 36

Auch wenn Lefke immer wieder betont nicht depressiv zu sein, wird schnell deutlich, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Alles gipfelt in ihrem Selbstmordplan, dessen Ausführung vielleicht nur durch ihr zufälliges Aufeinandertreffen Louis verhindert wird.

Der Begriff der “Verzweiflungstat” bezeichnet eine aus der Verzweiflung heraus umgesetzte Handlung.

Ein Selbstmordversuch wird immer als Verzweiflungstat angesehen. Doch eine Verzweiflungstat ist nicht immer zwingend immer ein Selbstmord. Es sind Handlungen, die aus der Not heraus geschehen, weil kein anderer Ausweg mehr erkennbar ist. Ob es einen gibt spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Ich mache das nicht, weil ich depressiv bin, sondern weil es neutral realistisch gesehen das Beste für alle Beteiligten ist.
Zitat Pos. 96

Lefke sieht sich selbst als wertlos an. Sie liegt ihren Eltern auf der Tasche, ihr Lebenstraum liegt in Scherben und eine Alternative scheint nur ein langweiliger Kompromiss zu sein. “Dank” ihrer Tante wird ihr die Unzulänglichkeit ihres Lebens aber auch ihrer Perspektive immer wieder verdeutlicht.

Gibt es Hilfe?

Ich gebe zu, dies ist der empfohlene Standard: Reden. Wer jedoch selbst aus dem Tief nicht mehr heraus kommt, kann nur noch von Außenstehenden daraus befreit werden. Dabei ist es egal, ob es Freunde, Familie oder ein Fremder ist. Meist ist es einfacher mit einer fremden Person über Probleme zu sprechen als mit dem besten Freund oder der besten Freundin. Damit ist nicht gemeint, zum nächsten Psychiater zu rennen. Es gibt diverse Hotlines, an die sich jeder wenden kann. In Deutschland gibt es beispielsweise eine durchgängig erreichbare Telefonseelsorge unter der Rufnummer 0800 / 111 0 111.

Auf diese und andere Nummern stößt auch Lefke bei ihren Vorbereitungen zum Selbstmord. Sie recherchiert die verschiedenen Möglichkeiten und legt letztlich sogar eine Checkliste mit allem wichtigen an. Als sie sich dann jedoch auf das Dach ihres Hauses begibt, wird sie gestört. Während sie bereits auf der Brüstung sitzt und überlegt ob sie nun springt oder nicht, tritt plötzlich Louis an sie heran und fragt wie lang sie noch braucht…

“Du bist jung und nett.” War er die letzten fünfzehn Minuten woanders als ich?
Zitat Pos. 345

Und neugierig geworden? So merkwürdig die erste Begegnung von Louis und Lefke auch ist, ihren Anfangspunkt hat sie in der Hoffnungslosigkeit.

Kennt ihr weitere Institutionen, an die man sich hilfesuchend wenden kann?

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Mit eurer Teilnahme erklärt ihr euch wie immer mit den Teilnahmebedingungen einverstanden.

Weitere Chancen habt ihr natürlich auch auf allen anderen Blogs der Tour. Hier noch einmal der Tourplan im Überblick:

8.1. Ewig und du 
9.1. Lefke
10.1. Verzweiflungstaten
hier
11.1. Leben mit Behinderungen
12.1. Interview mit Emily Bähr
Bianca von www.bibilotta.de
Bewerbung bis einschließlich 14.01.2018 möglich
15.01. Gewinnerbekanntgabe bei der Netzwerkagentur Bookmark
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10 Replies to “[Blogtour] Ewig und Du – Verzweiflungstaten

  1. Hallo und guten Tag,

    ich denke mal in jeder größeren Stadt gibt es doch den Sozialdienst und da müsste sich doch sicherlich eine Anlaufstelle für fast jede Problematik finden oder?

    Also da würde ich erst einmal anrufen und mich schlau machen welche Hilfsmöglichkeiten es da gibt….

    LG..Karin..

  2. Huhu,
    das ist ein Thema mit dem man sich wohl noch nie richtig beschäftigt hat, obwohl es so wichtig dein kann.
    Ich weiß bei uns gibt es Beratungsstellen für alles Mögliche, aber leider haben die bürokratische Öffnungszeiten und Termine braucht man auch. Als ich Hilfe beim beantragen einer Kur brauchte war das ok, aber ich denke in einer Notsituation braucht man schnell Hilfe.

    LG Manu

  3. ich kenne auch nur die Hotline Nummern und finde sie nicht immer passend da man sie doch wenn man betroffen ist nicht gleich zur Hand hat und man sich dann in einem nicht so tollen Moment sich mit im Internet auseinander setzen müsste und sie suchen müsste und ob man denn noch den Mut hat dort anzurufen kann ich mir vorstellen das dies nicht jeder betroffene hat! ansonsten wüsste ich auch nicht wohin außer im Netz nach möglichen stellen zu suchen.
    LG jenny

  4. Also bei uns im wöchentlichen Nachrichtenblatt stehen immer Nummern, an die man sich wenden kann, wenn man nicht mehr weiter weiss.

    Ich persönlich würde jedoch die Hilfe meiner Freunde erst mal vorziehen und erst, wenn sie mir nicht helfen könnten, würde ich fremde Hilfe beanspruchen.

    Ich bin bei Facebook unter Bianca Schweizer zu finden

  5. Hallo,

    ich kenne keine Anlaufstellen aus dem Stegreif, aber im Ernstfall würde ich danach googlen. Kirchen sind auch eine Möglichkeit und Zufluchtsort für viele.

    Liebe Grüße,
    Birgit

  6. Hallo und vielen Dank für diesen informativen Blogtour-Tag! Viele Kirchen bieten soziale und psychologische Hilfe und Sprechstunden (kostenlos) an. Dann kann man sich natürlich auch an Ärzte wenden, die einem z. B. einen Gesprächstherapeuten für schwierige Phasen empfehlen können. Es ist vielleicht auch leichter, mit Personen zu sprechen, die einem nicht nahestehen und professionelle Hilfe kann Betroffene wahrscheinlich am ehesten unterstürzen.

    Liebe Grüße
    Katja

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