„Quantum“ – das ist ein Titel, mit dem konnte ich im ersten Moment gar nichts anfangen. Gleichzeitig wollte ich aber auch unbedingt wissen, was dahinter steckt. Da es als Science-Thriller bezeichnet wurde, war es für mich zusätzlich interessant. Ich habe in der Vergangenheit bereits ein paar sehr gute Science-Thriller gelesen, wobei es aber auch einige gab, die einfach nicht überzeugen konnten oder schlicht langweilig waren. Der Klappentext von „Quantum“ bestätigte dann meine ersten vagen Erwartungen an das Buch und so musste ich es letztlich einfach lesen.

Das Leben des Physikprofessors Jacob Kelley gerät völlig aus den Fugen, als eines Tages sein alter Freund Brian vor der Tür steht und behauptet, auf eine außerirdische Quantum-Intelligenz gestoßen zu sein. Als Brian auf Jacobs Frau schießt, verprügelt Jacob seinen alten Freund und wirft ihn aus dem Haus. Wenig später wird Jacob wegen Mordes an Brian verhaftet. Doch er kann Brian nicht getötet haben, schließlich war er zur Tatzeit zu Hause – wo er sich Brians Theorie über die Quantum-Intelligenz anhörte. Als Jacob versucht, das Rätsel zu lösen, stellt er fest, dass die Gesetze von Raum und Zeit nicht mehr gelten …

Einstieg

Der Einstieg ins Buch ist schnell geschafft, vielleicht auch aufgrund des etwas seltsamen Anfangs.

„Obwohl es schneite, tauchte Brian Vanderhall mit Flip-Flops, Wandershorts und einem alten MIT-T-Shirt an meiner Tür auf, sein Atem bildete weiße Dampfwolken. Ich hätte ihn nicht hereinlassen dürfen. Es hätte mir eine Menge Ärger erspart, wenn ich ihm ungeachtet der Kälte die Tür vor der Nase zugeschlagen hätte. Stattdessen machte ich ihm Platz und kam mir dabei vor wie ein Idiot.“

Zitat S. 9, 1.Absatz des Buches

Dieser erste Absatz war der Auslöser. Er warf gleichzeitig derart viele Fragen auf: Warum steht jemand im Winter (!) mit kurzer Hose und Flip-Flops (!!) vor der Tür und scheint nicht einmal im Ansatz zu frieren? Warum wird ausschließlich diese Situation als Auslöser allen Übels angesehen? Diese und weitere Fragen sorgten dafür, dass ich innerhalb weniger Minuten die ersten Seiten regelrecht verschlungen hatte. Es gab keine Antworten aber viele weitere Fragen, was also hätte ich sonst tun sollen 😉

Charaktere

Jacob Kelley ist ein intelligenter Mann und Wissenschaftler, der seine Forschungskarriere an den Nagel gehängt hatte um an einem kleinen Collage zu unterrichten. Der Rest der Branche verstand seine Beweggründe nicht aber das ist auch nebensächlich. Dem Leser wird es erklärt (nebenbei) um die Figur und ihre Hintergründe zu festigen. Insgesamt ist Jacob ein sehr interessanter Charakter, mit Ecken und Kanten, aber auch sehr gradlinig.

Handlung_Stil

Die Handlung ist unterteilt in mehrere Ebenen. In welcher sich der Leser gerade befindet wird durch die Überschriften der Kapitel deutlich „Up Spin“ oder „Down Spin“. Sie zeigen die zwei Seiten der Handlung, der Figuren oder eben kurz gesagt die beiden Handlungsstränge Jacob Kelleys – denn er befindet sich in beiden. Verwirrt? Ja das war ich anfänglich auch zumal die Erklärung der Hintergründe sehr wissenschaftlich ist und man etwas braucht um es zu verstehen. Hier muss ich den Autor loben, denn er hat es insgesamt gut verpackt und auch gut erklärt, sodass die anfängliche Verwirrung recht schnell nachgelassen hat.

Der Schreibstil David Waltons ist sehr gut. Er ist nüchtern und gleichzeitig bildhaft genug um den Leser mitfiebern zu lassen. Die Spannung steigt hier mit jeder Seite und letztlich war es fast unmöglich das Buch wegzulegen. Auch wenn gerade zu Beginn mehr Fragen und Verwirrungen auftauchten, so hat er es doch geschafft, dem Leser alles zu erklären, offen Fragen zu beantworten und die Handlung fortzuführen ohne zu langweilen. Überraschungen und ein wenig Grusel gab es auch noch, da kann man schlichtweg nicht von einem langweiligen Buch reden.

Fazit

„Quantum“ war für mich eine große Überraschung. Die Quantentheorie ist nicht gerade ein leicht verständliches oder einfach zu erklärendes Thema. Dennoch hat es Walton geschafft, die notwendigen Zusammenhänge wissenschaftlich zu erklären und zur Spannungssteigerung in seinem Thriller zu verpacken. Hier muss man mit Verstand lesen, da andernfalls einige Zusammenhänge nur schwer zu verfolgen sind und man leicht ein wenig durcheinander kommt. Das Buch ist daher schnell von der Lektüre im Bett zur Begleitung für die Mittagspause oder die frühen Abendstunden geworden.

Das Gesamtpaket ist überzeugend: wissenschaftlich fundiert, mit sehr gut ausgearbeiteten Protagonisten, einer spannenden Handlung, verschiedenen Überraschungen und einer Prise Grusel. „Quantum“ ist ein absolut spannender Science-Thriller, der von der ersten Seite an packt und die spannende Seite der Wissenschaft sowie ihrer Möglichkeiten zeigt. Da bekommt man fast Lust in die Forschung zu gehen 😉

5-Sterne

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