Nachdem ich vor einigen Tagen bereits „Der siebte Tod“ gelesen und Opferzeit gleich im Anschluss verschlungen. Das Cover ist herrlich düster und machte mich durch seine Gestaltung direkt neugierig auf das Buch. Natürlich wollte ich nicht einfach mitten in der Geschichte einsteigen, weshalb es ein wenig warten musste bis ich den Vorgänger gelesen hatte. Nun im Nachhinein war das definitiv die richtige Entscheidung.

Einer der perfidesten Serienkiller aller Zeiten kehrt zurück: Joe is back!
Die Einwohner der Neuseelandmetropole Christchurch sind aufgebracht. Ein Jahr nach der brutalen Mordserie, die ihre Stadt erschütterte, beginnt der Prozess um den berüchtigten Schlächter von Christchurch. Doch Joe, der scheinbar grenzenlos naive Serienmörder, beteuert nach wie vor seine Unschuld. Unterdessen zieht sich die psychopathische Melissa X einen neuen Killer heran, um Joe, mit dem sie einst eine unheilige Liaison einging, zu töten. Christchurch droht eine Apokalypse des Todes …

Der Klappentext zu Opferzeit machte mich direkt neugierig und es war klar, dass ich dieses Buch einfach lesen musste. Um den Charakter Joe besser zu verstehen musste ich den ersten Teil lesen, was ich ja auch getan habe. In Verbindung mit Opferzeit habe ich dadurch einen umfassenderen Einblick erhalten und konnte dem Geschehen besser folgen.

Ich bin Slow Joe, und Slow Joe ist ein Gewinner. Ich habe alles unter Kontrolle, was sich zeigt, als mein Leben an mir vorüberzieht. Die Dunkelheit ist nicht mehr weit, aber zunächst muss ich Szenen mit meiner mutter, mit meinem Vater, aus meiner Kindheit und aus der Zeit bei meiner Tante ertragen.

Zitat Seite 7

Schon im Vorgänger zeigte sich Joes fast schon manischer Zwang zur Kontrolle in jeder Situation. Sein ganzer Tagesablauf folgt einem geregelten Muster und auch wenn er oft nur einen geistig eingeschränkten Mann spielte, so ist er auch in Wirklichkeit psychisch nicht ganz auf der Höhe. Auch jetzt wo er geschnappt wurde, versucht er diesem Bild treu zu bleiben. Allerdings gelingt ihm das nicht wirklich.


Sie sind kein Idiot, Joe, aber Sie waren zu dumm, um zu begreifen, worum es in diesem Test ging.

Zitat Seite 38

Joe ist ein sehr vielschichtiger Charakter und während er mich in „Der siebte Tod“ schon faszinierte, habe ich ihn erst mit diesem Buch in mancher Hinsicht wirklich verstanden. Ein großer Teil des Buches wurde seiner Psyche gewidmet, was eine enorme Schreibleistung des Autors darstellt. Gleichzeitig wurde die Spannung jedoch nicht vernachlässigt, denn auch wenn dieser Abschnitt manchmal etwas schwierig und langatmig war, so konnte ich doch nicht aufhören zu lesen.

Paul Cleave hat es wieder einmal geschafft mich von der ersten Seite an zu fesseln und in ein Wechselbad der Gefühle zu ziehen. Dieses Buch ist spannend, teilweise etwas eklig und abstoßend, dann wieder leicht zum schmunzeln und letztlich ein nervenzerreißender Pageturner. Einziges Manko ist die Übersetzung, die aufgrund der verschiedenen Übersetzer winzige inhaltliche Fehler aufweist. Dies fiel mir jedoch nur auf, da ich den Vorgänger gerade erst gelesen hatte. In der Bewertung kommen diese Punkte daher auch nicht weiter zum Tragen, denn insgesamt hat mich „Opferzeit“ regelrecht umgehauen. Es ist ein grandioses Buch, dass erst in seiner Gesamtheit wirklich begeistert. Dieses Buch sollte man unbedingt gelesen haben und deshalb gibt es von mir auch die vollen 5 Sterne.

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