Was wäre, wenn du dich nur an den gestrigen Tag erinnern könntest? Oder vielleicht nur an die beiden letzten Tage? Eine faszinierende wie erschreckende Vision des menschlichen Lebens. Erinnerungen hätten kaum eine Bedeutung, wenn wir sie nach spätestens zwei Tagen wieder verloren hätten. Genau diese Vision zeichnet Felicia Yap in ihrem neuen Buch „Memory Game – Erinnern ist tödlich“.

Bereits vor einigen Tagen habe ich eine Mail des Verlags zum Buch und der geplanten Aktion #memorygamelesen erhalten. Klappentext wie auch die Leseprobe klangen interessant, aber auch die Idee gemeinsam zu lesen und sich über Social Media sowie die teilnehmenden Blogs auszutauschen weckten mein Interesse. Würde man ein Verbrechen aufklären können, wenn sich spätestens nach zwei Tagen niemand mehr an das Geschehene erinnert? Selbst in der realen Welt wird in den einschlägigen Dokumentationen immer wieder von 48h gesprochen, in denen ein Verbrechen aufgeklärt sein muss. Danach erkalten die Spuren und die Chancen sinken. Natürlich können die Verantwortlichen noch immer gefasst werden, denn anders als in „Memory Game“ können wir uns auch länger an Geschehnisse erinnern.

Wie findet man einen Mörder in einer Welt, in der es keine Erinnerungen gibt?
In Claires Welt gibt es zwei Arten von Menschen: solche, die wie sie sind und sich nur an die Ereignisse des vorangegangenen Tages erinnern können, und solche wie ihren Ehemann Mark, deren Gedächtnis zwei Tage zurückreicht. Claire hat nur eine Verbindung zu ihrer Vergangenheit: ihr Tagebuch. Was sie nicht rechtzeitig aufschreibt, geht für immer verloren. Eines Morgens steht die Polizei vor Claires Tür. Die Leiche einer Frau wurde im Fluss gefunden. Nach Aussage der Beamten war sie Marks Geliebte und er wird des Mordes verdächtigt. Sagt die Polizei die Wahrheit? Kann Claire ihrem Ehemann vertrauen? Und vor allem: Kann sie sich selbst vertrauen?

Die Aktion zum Buch startete bereits am vergangenen Freitag mit der Veröffentlichung der Fragen zu den Kapiteln 1-8. Diese geben mir wie auch euch einen ersten Eindruck, was euch im Buch erwartet. Es sind insgesamt drei Fragen, die ich im Folgenden beantworten möchte.

Stell Dir vor, Du lebst in der Welt von Memory Game – welchen Fakt aus Deinem Leben würdest Du wieder und wieder nachlesen, um ihn auf keinen Fall zu vergessen?

In der Welt von „Memory Game“ gibt es sogenannte Monos und Duos. Die Menschen werden anhand ihres Erinnerungsvermögens in Klassen unterteilt. Monos können sich nur an den gestrigen Tag erinnern während Duos sowohl auf die Erinnerungen von gestern wie auch vorgestern zurückgreifen können. Die Idee ist befremdlich und tatsächlich habe ich auch erst jetzt nach dem Lesen der ersten Kapitel eine Vorstellung wie das Leben unter solch ‚erschwerten‘ Bedingungen funktionieren kann. Wichtige Fakten können sich durch ‚Auswendig Lernen‘ auch im Langzeitgedächtnis verankern. Gefühle bleiben dadurch allerdings auf der Strecke. Würde ich in einer solchen Welt leben, würde ich vermutlich auch eher ‚unwichtige‘ Fakten nachlesen. Wie können Freundschaften aufgebaut werden, wenn ich bereits am übernächsten Tag nichts mehr von der neuen Bekanntschaft weiß?

Wenn Du im Alter von 18 Jahren die Fähigkeit verlieren würdest, neue Erinnerungen zu schaffen – was würdest Du vor dem 18. Geburtstag unbedingt noch tun wollen, um Dich für immer daran erinnern zu können?

In der Welt von „Memory Game“ wäre ich in dem Fall ein Mono. Duos verlieren ihr Erinnerungsvermögen erst mit 23 Jahren, was natürlich für Neid und Gefühle der Überlegenheit sorgt. Dennoch würde ich versuchen das Beste aus der Situation zu machen. Schön wäre bis zu diesem Zeitpunkt die Liebe meines Lebens gefunden zu haben – ein schöner Wunsch, allerdings wohl nicht immer umzusetzen.

Liebt Mark Claire wirklich? Ist es überhaupt möglich, ohne Erinnerung zu lieben?

Das ist die wirklich große Frage der ersten Kapitel. Eine wirkliche Antwort kann ich darauf nicht geben. Es gibt natürlich, die einfache körperliche Anziehung. Die kommt auch ohne Gefühle aus und funktioniert trotzdem gut. Um jedoch wie Mark und Claire über 20 Jahre verheiratet zu bleiben ist mehr notwendig, als sich nur körperlich anziehend zu finden. Die fehlenden Erinnerungen machen das nicht unbedingt einfach. In den Tagebüchern können beide zwar jeweils nachlesen was sie füreinander empfinden und wie sie die letzten Jahre verbracht haben, dennoch ist es schwierig. Banale Fakten wie das Hochzeitsdatum etc. bleiben haften und so wissen sie zumindest um ihre Beziehung. Die Verbindung wird jedoch schnell zur reinen Gewohnheit.

Ich glaube allerdings, dass es möglich ist auch ohne Erinnerung zu lieben. Gefühle funktionieren auf einer anderen Ebene. Amnesiepatienten wissen beispielsweise nicht immer wen sie vor sich haben, dennoch sind zumindest Grundstrukturen der Gefühle vorhanden. Auch wenn deren Intensität eher gering sein mag, so sind Gefühle dennoch vorhanden. Warum sollte es also in einer Welt mit begrenzten Erinnerungen anders sein?

Nah neugierig geworden? Schon kommende Woche gibt es weitere Eindrücke zum Buch. Bis dahin erhaltet ihr weitere Informationen zu „Memory Game – Erinnern ist tödlich“ auf den Seiten des Verlags.

Weitere Antworten zu den gestellten Fragen findet ihr in den nächsten Tagen auf zahlreichen weiteren Blogs:

Marie – http://www.mariessalondulivre.at/
Claudia – http://www.missnorge.de
Nicole – http://www.lilstar.de
Daniela – http://buchvogel.blogspot.de
Miriam – https://tthinkttwice.wordpress.com/
Damaris Anna – http://www.damarisliest.de
Anne – https://leipzigermama.de
Kerstin – http://kerstinskartenwerkstatt.de/
Vera – https://herzensbuecher.blog/
Ricarda – http://www.die-fantastische-buecherwelt.de/
Manuela – http://manusbibliothek.blogspot.co.at
Mareike – http://www.mareikeunfabulous.de/
Janine – http://www.theempireofme.blogspot.de
Lillithia – http://lesepanda.blogspot.de/
Susanne – http://www.sannysbuchwelten.de
Ti Grib – https://mausisleselust.blogspot.de/
Samy – http://twoforbooks.blogspot.de
Vanessa – https://glitzerfees.blogspot.de
Marion – https://www.buchlieblinge.de/
Nina – www.book-addicted.de

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