Nach den ersten drei amüsanten Teilen der Serie um Peter Grant war ich auf diesen Teil umso gespannter, denn es kündigte sich an, dass sich langsam aber sicher der Hauptbösewicht mehr in die Handlung einbringt. Teil 4 um Peter Grant hat mich zudem schon vom Titel her mehr gelockt als sein Vorgänger und das Lesen hat sich wirklich gelohnt. Der dtv Verlag hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet und die Serie von Ben Aaronovitch für mich zu einer kleinen Marke gemacht – nicht zuletzt aufgrund der Cover mit Wiedererkennungswert.

Seltsame Dinge geschehen im Skygarden Tower, einem berüchtigten Sozialwohnblock in Südlondon. Dinge, die eine magische Anziehungskraft auf Police Constable und Zauberlehrling Peter Grant ausüben. Zunächst geht es nur um ein gestohlenes altes Buch über Magie, das aus der Weißen Bibliothek zu Weimar stammt. Doch dann weitet sich der Fall rasant aus. Denn der Erbauer des Tower, Erik Stromberg, ein brillanter, wenngleich leicht gestörter Architekt, hatte sich einst in seiner Zeit am Bauhaus offenbar nicht nur mit modernem Design, sondern auch mit Magie befasst. Was erklären könnte, warum der Skygarden Tower einen unablässigen Strom von begabten Künstlern, Politikern, Drogendealern, Serienmördern und Irren hervorgebracht hat. Und warum der unheimliche gesichtslose Magier, den Peter noch in schlechtester Erinnerung hat, ein so eingehendes Interesse daran an den Tag legt …

Ein mittlerweile sehr flüssiger Schreibstil, grandiose und unvorhergesehene Wendungen gepaart mit mehr Tiefgang der einzelnen Charaktere machen diesen Band zu einem Lesegenuss. Vor allem Lesley lernt man noch besser kennen und verstehen, gerade was ihre Verletzungen im Gesicht betreffen derentwegen sie immer noch eine Maske tragen muss. Doch ich muss gestehen das ich von ihrer Wandlung zum Ende hin sehr überrascht gewesen bin und mich mit dieser nicht so wirklich anfreunden konnte.

Sehr schön finde ich, dass auch in diesem Band der Humor nicht zu kurz kommt – obwohl er an manchen Stellen vielleicht ein wenig fragwürdig ist:

„Die (sagen wir mal) Kirschbäume begrenzten eine Seite von etwas, was unverkennbar ein Spielplatz gewesen war, bis die Stadt alle Spielgeräte entfernt hatte – wahrscheinlich um zu verhindern, dass hier Kinder spielten.“
Zitat S. 233

„Der Kaffee kam. Der Espresso war tatsächlich exzellent und hatte die unverzügliche Wirkung, in etwa wie ein aromatischer elektrischer Zaun.“
Zitat S. 279

Es dauert zwar ein wenig bis die eigentliche Spannung anfängt aber dieser Teil ist doch um einiges besser als seine Vorgänger. Man kann wieder miträtseln wer wo wie an was auch immer beteiligt ist und wird ständig von den Handlungen überrascht. Auch über den geheimnisvollen, gesichtslosen Zauberer erfährt man ein bisschen mehr. Der Showdown am Ende hat mich dann völlig überrumpelt und war der Hammer schlechthin. 😉
Ich konnte bei den letzten Kapiteln einfach keine Pause mehr einlegen, denn ich hätte es nicht ertragen so spannend war es.

Für mich ist dies bisher der beste Band der Reihe und bekommt daher volle 5 Sterne 🙂

One Reply to “Der Böse Ort”

  1. Ich habe mich gerade sehr gefreut, deine Rezensionen zur Buchreihe rund um Peter Grant gefunden zu haben!
    Der erste Band ist mir in die Hände gefallen, als mir eine lange Zugfahrt bevorstand und ich noch einmal die Bahnhofs-Buchhandlung auf suchte… Der erste Band war für mich recht spannend, allerdings finde ich wie du, dass die Reihe im dritten Band sehr nach gelassen hat. Gut, dass der vierte Band den Spannungsbogen deutlich gesteigert hat. So kann ich mich auf den nächsten Teil freuen! *grins*
    Von mir gibts eine klare Leseempfehlung an alle, die leichte Krimis mit Fantasie- Anteilen mögen!
    Liebe Grüße,
    Natalie

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