Mal unter uns: Das Cover dieses Buches von Claire Legrand ist toll oder? Ich war direkt begeistert und wenn ich nicht schon aufgrund des Klappentextes gespannt auf dieses Buch aus dem Heyne Verlag gewesen wäre, dann hätte ich es wohl spätestens jetzt haben müssen 🙂

Das Leben in der beschaulichen Kleinstadt Belleville ist genau so, wie die zwölfjährige Victoria es gern hat: übersichtlich, vorhersehbar und aufgeräumt. Und Victoria mit ihrem strengen Zopf, den ordentlichen Kleidern und den hervorragenden Noten passt perfekt nach Belleville. Eine einzige Unregelmäßigkeit erlaubt sie sich: den verträumten und vergesslichen Lawrence, der so ganz das Gegenteil von ihr ist. Lawrence ist ihr bester Freund. Als er plötzlich spurlos verschwindet, ist es allerdings vorbei mit Victorias geordnetem Alltag. Sie würde es nie zugeben, aber sie vermisst ihn furchtbar. Daher stellt sie auf eigene Faust Nachforschungen an. Was Victoria entdeckt, gefällt ihr gar nicht: Unter der glatten Oberfläche von Belleville verbirgt sich ein dunkles Geheimnis. Eines, das offenbar in der Erziehungsanstalt von Mrs. Cavendish seinen Ausgang nimmt. Die rebellischen Kinder, die dorthin geschickt werden, kommen ungewöhnlich still und brav zurück – oder gar nicht mehr. Steckt Mrs. Cavendish hinter Lawrences Verschwinden?

Belleville ist ein scheinbar normaler Ort, doch wenn man genauer hinsieht ist er schon fast zu normal. Alles hier folgt gewissen Regeln und irgendwie scheint sich jeder in einem Konkurrenzkampf mit dem Nachbarn zu befinden. Victoria ist eine der Schülerinnen der hiesigen Schule, genauer gesagt sie ist Jahrgangsbeste und war es schon in der Vergangenheit gewesen. Ablenkungen verabscheut sie. Sie liebt Lernen, Ordnungen und sie mag es immer die Beste zu sein. Was ergeizig klingt, ist mitunter fast schon etwas krankhaft.

Der Schreibstil unterstützt den Eindruck, den ich von Victoria über das Lesen hinweg bekommen habe. Er ist teilweise fast schon hochnäsig oder auch furchtsam, sodass die Gefühlsebene im Buch noch besser nachvollzogen werden kann.

Niemand verlor auch nur ein Wort über Donovan O’Fattys Abwesenheit. Niemand außer Victoria schien es zu bemerken.
Zitat S. 49

Nach und nach verschwinden immer mehr Kinder aus der Schule. Es fällt niemandem auf und wäre nicht Lawrence – Victorias einziger „Freund“ – einer von ihnen gewesen, dann hätte auch sie nichts bemerkt. Es ist seltsam und es fällt ihr schwer sich zu erinnern. Da sie jedoch immer gern allem auf den Grund geht, steht es außer Frage, dass sie herausfinden muss wohin die Kinder verschwunden sind.

Die Autorin hat es geschafft ein interessantes Setting gut zu verpacken. Der Schreibstil unterstützt die jeweilige Situation und spiegelt Victorias Charakter auch hervorragend wieder. Insgesamt ist es ein durchaus empfehlenswertes Buch welches durchaus das eine oder andere Spannungsmoment bietet. Insgesamt vergebe ich daher sehr gute 4 Sterne.

One Reply to “Das Haus der verschwundenen Kinder”

  1. Okay, kommt auf meine Leseliste. Wenn der Stil zum Charakter passt – ja, dann muss es gut sein ;-). Außerdem klingt es mysteriös.
    Liebe Grüße, Iris (die mal ihre Leseliste überarbeiten oder ein paar Leseleben dazukaufen muss)

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