Ich muss sagen ich liebe ja Zukunfts-Szenarien mit einem gewissen Anspruch. Kommt dann noch eine leichte Sci-Fi Note hinzu ist es für mich quasi perfekt. Als ich „Bluescreen“ von Dan Wells das erste Mal in den Vorschauen entdeckte, war ich bereits neugierig auf das Buch. Der Klappentext versprach einfach eine gute Story, die mir allerdings von der Idee grob bekannt vorkam (auch wenn ich nicht genau sagen kann woher). Dennoch stand fest: Das muss ich lesen!

Nach den Bestsellern um den Serienkiller John Cleaver führt Dan Wells in eine Zukunft, die erschreckend schnell Realität werden kann: Los Angeles im Jahr 2050 ist eine Stadt, in der du tun und lassen kannst, was du willst – solange du vernetzt bist. Durch das Djinni, ein Implantat direkt in deinem Kopf, bist du 24 Stunden am Tag online. Für die Menschen ist das wie Sauerstoff zum Leben – auch für die junge Marisa. Sie wohnt im Stadtteil Mirador, doch ihre wirkliche Welt ist das Netz. Und sie findet heraus, dass darin ein dunkler Feind lauert. Als sie an die virtuelle Droge Bluescreen gerät, die Jugendlichen einen sicheren Rausch verspricht, stößt Marisa auf eine Verschwörung, die größer ist, als sie je ahnen könnte …

Einstieg

Gesagt getan. Der Einstieg war auch direkt überraschend gut. Ok es ist irgendwie auch eine Gamer bzw. Hacker Story, womit ich eigentlich hätte rechnen müssen aber es doch nicht tat. Insofern konnte Dan Wells mich schon nach wenigen Seiten packen.

Charaktere

Marisa ist noch relativ jung, geht allerdings nur bedingt gern zur Schule. Das öffentliche Leben wird über sogenannte Djinnis bestimmt, die auch Auskunft darüber geben, wo sich jemand aktuell befindet (der Datenschutz lässt grüßen). Marisa ist zweifelsfrei intelligent und begabt was Programmierung bzw. Hacken betrifft. Da ist es nicht überraschend, dass sie herausgefunden hat wie sie die Aufzeichnungen ihres Djinnis manipulieren kann. Das gibt ihr ausreichend Zeit um einen Großteil des Tages mit ihren Freunden online zu verbringen und Overworld, eine Art aufgemotztes MMORPG, zu spielen.

Zu ihrer Clique / virtueller Kampfestruppe gehören noch einige weitere Spieler, von denen sie allerdings einige nur virtuell kennt. Mit Anja und Sahara zieht sie jedoch auch immer mal um die Häuser, wenn sie nicht gerade als die „Cherry Dogs“ in Overworld aufräumen. Anja ist für mich eigentlich nur bedingt mehr als ein reiches Töchterchen, wobei schnell klar wird, dass sie auch recht tough hinter ihrer naiven Fassade sein kann. Sahara ist mir dagegen lange ein Rätsel geblieben. Sie ist sehr zielgerichtet und definitiv ehrgeizig. Gleichzeitig verlangt es sie jedoch auch nach Aufmerksamkeit, die sie über eine Art Livestream ihres Lebens zu bekommen versucht.

Insgesamt ist es also eine bunte Mischung, die Dan Wells da zusammengetan hat. Das sorgt für einigen Zündstoff aber auch gute Unterhaltung.

Handlung_Stil

Bluescreen ist eine Droge, soviel wissen wir ja bereits aus dem Klappentext. Wenig überraschend ist es letzlich Anja, die die Clique erstmals mit ihr in Verbindung bringt und schon bei ihrer ersten Anwendung zeigt die Droge direkt ihr gefährliches Potential. Ich hatte an diesem Moment bereits eine ungefähre Ahnung, es dauerte aber noch eine Weile bis letztlich auch die Protagonisten auf dem gleichen Weg waren. Vielleicht neige ich auch dazu Verschwörungstheorien zu entwickeln? Wer weiß, jedenfalls waren die Zusammenhänge und Möglichkeiten dadurch für mich nicht unbedingt überraschend. Dennoch hat Dan Wells alles sehr gut und zudem spannend verpackt.

Der Schreibstil ist hervorragend und entwickelt bereits nach wenigen Seiten einen Sog, der mich dazu zwang weiterzulesen. Ich muss zudem sagen, dass ich das Cover auch absolut passend finde. Es gab im Vorfeld bereits eine kurze Idee des Inhalts, doch nach dem Lesen finde ich es fast noch besser.

Fazit

Insgesamt ist „Bluescreen“ meiner Ansicht nach echt gelungen. Der Titel sit absolut passend und die Story samt Hintergründen in sich logisch. Auch der Schreibstil ist gut. Dennoch gibt es an manchen Stellen immer kleine Hänger, die aber nur am Rande auffallen. „Bluescreen“ ist kein wirklicher Pageturner. Hier muss man manche Dinge bewusster lesen um die möglichen Bedeutungen voll erfassen zu können. Dadurch ist es auch kein Buch für Zwischendurch aber ein super Begleiter für abendliche Lesestunden. Ich bin jedenfalls sehr angetan von diesem Buch und kann es Sci-Fi Fans nur empfehlen.

4-Sterne

Übrigens: Dan Wells ist dieses Jahr auch auf der Buchmesse in Frankfurt 😉

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